WebWissen: Wo verstecke ich im Internet am besten eine Leiche?

Sie haben etwas zu verbergen? Hoffentlich nicht! Und wenn doch, dann ist das Internet garantiert der falsche Ort für ihre Leichen. Und dennoch gibt es den guten alten Witz: "Wo versteckt am im Internet am besten eine Leiche?" Die Antwort gibt's im heutigen WebWissen.

Starten wir gleich mit der Antwort auf die Scherzfrage:

„Bei Google auf Suchergebnis-Seite zwei verstecken Sie am besten eine Leiche. Denn diese Seite bekommt so schnell niemand zu Gesicht!“

Wie Suchende ticken:
Überprüfe Sie einfach mal ihr eigenes Verhalten. Was machen Sie, wenn Sie in den Suchergebnissen bei Google auf der ersten Seite nicht finden, wonach Sie gesucht haben?
In den meisten Fällen blättern Nutzer eben nicht durch die weiteren Seiten der Suchergebnisse, sondern formulieren ihre Suchanfrage neu/anders. Daher auch der Scherz, eine Leiche am besten auf einer der hinteren Seiten bei Google zu verstecken. Bevor wir blättern, suchen wir lieber nochmal neu.

Umkehrschluss: Wenn Sie wahrgenommen werden möchten, müssen Sie bei Google auf Seite 1 landen!

In der Vergangenheit ist man davon ausgegangen, dass Nutzer die Treffer auf der Suchergebnis-Seite von oben nach unten mit sinkendem Interesse beachten. Die „goldene Triangel“ beschreibt dabei die Wahrnehmung der Nutzer und bedeutete, dass nur die ersten 3 bis 4 Treffer so richtig wahrgenommen wurden.

Den Eye-Tracking-Studien zufolge sah das dann so aus:

Google SERP Golden Triangle
Das goldene Dreieck galt bisher als der Platz, in man unbedingt landen musste, wenn man wahrgenommen werden wollte.
(Quelle: http://pages.mediative.com/SERP-Research)

Die Studien sind teilweise inzwischen knapp 10 Jahre alt. In dieser Zeit haben sich die Suchergebnis-Seiten stark verändert und sehen je nach Suchanfrage heute mitunter völlig anders aus. Einen guten Überblick über die möglichen Ausprägungen gibt der Webwissen-Beitrag „SERPs“ von unserem SEO-Dominik.

Die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Such-Resultate führen dazu, dass Nutzer die Seiten anders betrachten und nutzen, als früher. Die gute Nachricht: Nicht mehr nur die ersten drei organischen Treffer zählen, sondern auch die anderen Angebote von Google werden gut genutzt und wahrgenommen:

Die aktuelle Studie von Mediative (lohnenswerter PDF-Download!) kommt noch zu weiteren spannenden Schlüssen:

  • Der erste organische Treffer erhält immer noch 32,8% der Klicks.
  • Aber die folgenden Treffer 2 bis 4 erhalten mehr Klicks als früher.
  • Pro Suchtreffer investiert der Nutzer nur noch 1,17 Sekunden Zeit, um zu entscheiden, ob er klickt. 2005 waren dies noch 2 Sekunden!
  • Der rechten Spalte (neben den Suchergebnissen) wird weniger Beachtung geschenkt. Durch die intensive Nutzung von Smartphones haben wir gelernt, Seiten mehr vertikal und weniger horizontal zu scannen.

Für uns steht fest:
Eine Kombination aus Adwords, organischen Platzierungen, Youtube-Videos, Bildern, Maps-Einträgen und Shopping-Anzeigen führt zu einer maximalen Sichtbarkeit auf der Suchergebnis-Seite. Dem schnell scannenden Nutzer können wir so immer wieder begegnen und an einer für ihn passenden Stelle zum Klick animieren.

Im Idealfall schafft man es, die gesamte Suchergebnis-Seite (direkt und indirekt) zu belegen, und Mitbewerbern keinen Platz zu lassen. Die tummeln sich dann ab Seite – aber da findet man ja nur… Sie wissen schon.

Geschafft: Für Mitbewerber ist einfach kein Platz mehr. Sorry.
Geschafft: Für Mitbewerber ist einfach kein Platz mehr. Sorry.

In diesem Fall kommen zum Einsatz:

  • Google Adwords mit Standort-Erweiterung, Anruf-Erweirtung und Sitelinks
  • Organisches Ranking mit Sitelinks
  • Google My Business (Maps) mit Google+ Seite, Google Business View und Bildern
  • diverse Branchenbuch-Einträge
  • Youtube-Videos

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