WebWissen: Radar-Ereignisse in Google Analytics

Oft bemerkt man als Online-Verantwortlicher es erst spät oder gar zu spät, wenn Daten auf der Website sich ungewöhnlich verändern. Auf unerwartete Ereignisse kann man deshalb oft nicht rechtzeitig reagieren. Sehr häufig muss man die Ursache für Abweichungen in den Daten erst einmal ausfindig machen. Benutzerdefinierte Benachrichtigungen - sogenannte Radar-Ereignisse - informieren automatisch über ungewöhnliche Abweichungen und machen schnell handlungsfähig. Wie man Radar-Ereignisse einsetzt und für welche Fälle sie eingerichtet werden sollten erfahren Sie in diesem Beitrag.

Seien wir mal ehrlich: Ein bisschen bequem sind wir doch alle. Und Webanalyse kann anstrengend sein. Und Zahlen auch. Nicht jeden Tag finden wir die Zeit in die Zahlen zu schauen und unsere Website zu durchleuchten. Das ist aber auch nicht schlimm. Denn es gibt ja Dashboards, die zunächst einmal wichtige Reports bündeln und auch per Mail schicken können. Je nach dem, wie sie angelegt wurden.

Eine weitere, sehr nützliche Variante sind die Radar-Ereignisse (Custom Alerts), die hier ein bisschen genauer beschrieben werden sollen.
Hierbei handelt es sich um Benachrichtigungen, die bei bestimmten, definierten Schlüsselereignissen generiert werden. So bleibt man immer auf dem Laufenden, wenn es eine gravierende Schwankung in den Daten gibt und kann gegebenenfalls schnell reagieren.

Wozu Radar-Ereignisse?

Radar-Ereignisse können eine Menge Arbeit sparen. Wenn es irgendwo klemmt, bemerkt man das meist erst, wenn es zu spät ist. Denn man wusste ja nicht, dass, und vor allem nicht, wo ein Problem entstehen konnte. Nur die Auswirkungen treten an irgend einer Stelle zutage und beginnt die große Suche nach dem Grund. Dabei vergeht eine Menge Zeit: erstmal, bis es auffällt und dann mit der Fehlersuche. Custom Alerts können diese Zeit erheblich verkürzen, indem sie eine automatische Benachrichtigung bei einer auffälligen Veränderung strategisch wichtiger Kennzahlen erstellen. So kann man Fehler schnell beheben und eventuell weiteren Schaden vermeiden.

Desweiteren sind Radar-Ereignisse eine super Möglichkeit, um Kampagnen oder andere neue Aktionen auf der Website zu monitoren. Verliert die Kampagne an Aufmerksamkeit oder verringert sich die Conversion Rate unter einen definierten Grenzwert, kann man noch nachjustieren und den Erfolg der Kampagne weiter sichern.

Wann ist ein Ereignis ein Radar-Ereignis?

Nun könnte man anfangen, einfach wahllos für alle Eventualitäten, die wichtig erscheinen, ein Radar-Ereignis anzulegen. Doch wer über alles Mögliche benachrichtigt wird, noch dazu vielleicht über Dinge, die zu erwarten waren, wird wahrscheinlich nichts unternehmen. Im Gegenteil, die Benachrichtigungen verlieren ihre Brisanz und werden im schlimmsten Fall irgendwann nicht mehr gelesen.

Nicht alles ist so bedeutend, dass dafür eine Benutzerdefinierte Benachrichtigung erstellt werden muss. Bei diesen Benachrichtigungen sollte es um kritische Ereignisse gehen, die eine schnellstmögliche Reaktion erfordern.

Und wie bestimmt man die kritischen Ereignisse?

Überlegen Sie sich, welches die Hauptziele der Website sind. Bestellungen bei Ecommerce-Websites? Leads bei anderen Websites? Shares und Subscribers bei Blogs? Bestimmen Sie dafür Ober- oder Untergrenzen, um zu wissen, wann und wodurch Ihre Website besonders gut oder besonders schlecht funktioniert. Vielleicht gibt es bei Ihren Kollegen und Vorgesetzten auch Fragestellungen, auf die sie bisher noch keine Antwort haben. Wichtig ist die Fokussierung auf bestimmte, relevante Fragestellungen, die Entscheider handlungsfähig machen.

Benachrichtigungen anlegen

Neue Custom Alerts anlegen kann man unter dem Punkt „Radar-Ereignisse“ in der linken Menüleiste in den Berichten oder direkt in der Datenansichts-Verwaltung unter „Benutzerdefinierte Benachrichtigungen“.

Google-Analytics-Custim-Alert
Eine neue Benachrichtigung kann man mit wenigen Klicks in der Analytics-Verwaltung anlegen.

Im Beispiel geht es um eine Benachrichtigung, wenn der Facebook-Traffic um 10% abnimmt, da ein erheblicher Anteil unserer Zugriffe von Facebook stammt, wo regelmäßig Blogbeiträge und andere Links gepostet werden. Zunächst sollte man einen passenden Namen für die Benachrichtigung wählen. Es ist möglich, diesen Alert gleich für mehrere Datenansichten zu erstellen. Damit erspart man sich das Kopieren in andere Views. Danach legt man das Segment fest, das man betrachten möchte, im Beispiel alle Zugriffe von der Quelle „facebook“. Die Bedingung für einen Alert stellt man darunter ein. Eine Abnahme bei den Sitzungen um 10% im Vergleich zur Vorwoche löst eine Benachrichtigung aus. Wer per Mail benachrichtigt werden möchte, setzt das entsprechende Häkchen, ansonsten ist der Alert in den Radar-Ereignissen zu sehen.

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