Webwissen: Quo vadis WhatsApp und Snapchat?

Haben wir uns beim letzten Mal mit den aktuellen Entwicklungen auf Facebook und Instagram beschäftigt und neue Möglichkeiten für Content-Marketing angeschaut, soll es diesmal um die nächsten “Global-Player” im digitalen Kommunikationsmix gehen: WhatsApp und Snapchat.

Wenn der Messenger WhatsApp weiter so wächst, wird er Ende des Jahres bald eine Milliarde Nutzer erreichen. Zuletzt ergänzte man die Telefonierfunktion, was für viele Skype überflüssig machen dürfte.

Geschichtsstunde in Echtzeit

Erste positive Gehversuche im Storytelling via Messenger unternahm die Regionalzeitung Heilbronner Stimme. Anlässlich des 70. Jahrestages der Bombardierung Heilbronns im 2. Weltkriegs hat die Regionalzeitung das #4dez-Projekt durchgeführt. Chronologisch und in Echtzeit wurden rund 2500 zuvor registrierte Nutzer über die Geschehnisse der Bombennacht mittels Texten, Fotos und Grafiken informiert. Die Kampagne verlief äußerst erfolgreich und erhielt viel positives Feedback ihrer Teilnehmer, weil sie relevante und emotionale Inhalte transportierte.

heilbronner stimme

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Die Teilnahme an WhatsApp Storytelling Kampagnen erfordert eine aktive Registrierung seitens der Teilnehmer. Das bedeutet, dass die Kampagne jeden erreicht, der ein wirkliches, aktives Interesse hat. Eine noch zielgruppengerechtere Vermarktung wird möglich und die Unternehmen erhalten außerdem Zugang zu den Mobilfunknummern ihrer Kunden, die als „stabilste Währung“ gelten. Technisch gesehen ist die Nutzung von WhatsApp als Storytelling Kanal momentan noch mit etwas Aufwand verbunden. Alle Handynummern von interessierten Teilnehmern müssen manuell in einem Aktions-Smartphone abgespeichert werden. Zudem sollten Broadcast-Listen angelegt werden, um mit möglichst vielen Teilnehmern gleichzeitig und in Echtzeit zu kommunizieren. Je nach Höhe der Teilnehmerzahl ist es zudem schwierig von einem Smartphone aus auf alle Fragen oder Kommentare zu antworten.

Fakt ist, via WhatsApp lassen sich gute Geschichten mit einer weitaus höheren Wirkung erzählen, als das über „herkömmliche“ Social Media Kanäle möglich ist.

Mit der mittlerweile eingeführten Desktop-Version wird dies nun etwas vereinfacht, denn mit dem kostenlosen Web-Clienten kann bequem vom Schreibtisch aus auf den WhatsApp Account zugegriffen werden. Somit erspart die Browser-Version den Griff zum Smartphone während der Arbeit am Computer. Derzeit werden Chrome, Firefox- oder Opera-Browser unterstützt. Die Synchronisierung ist jedoch nur für Windows-, Android- oder Blackberry-Smartphones im Moment möglich.

Mit diesem Release scheint Facebook die ersten Schritte hinsichtlich einer kommerziellen Nutzung des Messaging Dienstes durch Unternehmen getan zu haben, denn vor allem die Kommunikation mit dem Kunden könnte so wesentlich vereinfacht werden. Unternehmen wird damit eine direkte, unmittelbare Kommunikation ermöglicht, was den Kanal gerade in den Service-Bereichen, z.B. dem Kundendienst, für die Aussendungen von Newslettern o.ä. interessant macht. Kitzbühel Tourismus nutzt die Möglichkeit´, über den Messenger mit seinen Gästen unmittelbar in Kontakt zu treten. Der nächste Schritt könnte dann ein WhatsApp-Newsletter mit aktuellen Gästeinfos sein.

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Ausblick: Wird WhatsApp in den Facebook-Messenger integriert? Kürzlich tauchte in einer nicht offiziellen Version der Facebook-App ein “Send-Button” auf, der Inhalte auch auf WhatsApp teilbar machen soll. Ob dieses Feature wirklich umgesetzt werden soll, dazu hat sich Facebook bislang offiziell noch nicht geäußert.

Snapchat

Laut chip.de hat der Fotodienst Snapchat im Jahr 2014 einen Nutzeranstieg von 57 Prozent registriert und liegt damit noch vor dem Facebook-Messenger, der um 50 Prozent wuchs. Mit 100 Millionen Nutzern liegt Snapchat allerdings nach wie vor weit hinter WhatsApp und Facebook. Die Foto-App ermöglicht den Austausch von Bildern und Videos, allerdings zerstören sich die Inhalte nach zehn Sekunden von allein. Ob dem so ist, dafür gibt es keine hundertprozentige Sicherheit, was ein Hackerangriff im Dezember 2013 zeigte.

Für Unternehmen könnte die App für Sneak Previews von einzelnen Produkten interessant sein. Exklusive Behind-the-scenes Fotos, Überraschungschats mit Prominenten, Videointerviews mit potentiellen Bewerbern, Kundendienstfragen – es gibt eine Menge von Möglichkeiten. Jägermeister hat Snapchat kürzlich in einer Kampagne für Destinations-Marketing genutzt und das sehr erfolgreich. Die Herausforderung wird in Zukunft sein, zu bestimmen, was exklusive Echtzeit-Momente sind.

Ausblick: Social goes E-Commerce: Snapchat folgt dem Trend und bietet jetzt eine E-Commerce Funktionalität. Neben Twitter, Facebook, Pinterest und Instagram integriert SnapChat auch den Click-to-buy Button in seiner Plattform. Ob und wie die Erfolgsgeschichte von SnapChat weiter geschrieben wird, bleibt also abzuwarten.

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