WebWissen: Quo Vadis Facebook und Instagram?

Mich hat kürzlich jemand gefragt, sollen wir eigentlich noch eine Facebook-Fanpage erstellen? Die Jugendlichen flüchten doch aus Facebook und sind schon lange nicht mehr so aktiv. Viele suchen sich neue Social Media Netzwerke, in denen sie posten, liken, sharen können. Wirklich? Zeit, sich mal die aktuellen Entwicklungen in einer mehrteiligen Reihe in dem Bereich anzuschauen, zu bewerten und neue Kanäle und Möglichkeiten für Content-Marketing unter die Lupe zu nehmen.

Fangen wir mit ein paar Statistiken an. Der aktuelle Global Digital Report zeigt immer noch die Dominanz von Facebook auf. Nach eigenen Angaben gab es Anfang 2015 rund 1,4 Milliarden aktive Nutzer. Rund 1,1 Milliarden der globalen Facebook Nutzer nutzen das soziale Netzwerk über ein mobiles Endgerät. Das entspricht 83 Prozent. Gleichzeitig setzen Instant Messenger Dienste und Chat Apps ihr beeindruckendes Wachstum fort. WhatsApp, WeChat, Facebook Messenger und Viber zählen mehr als 100 Millionen neue, monatlich aktive Nutzer in den vergangenen zwölf Monaten. WhatsApp und der Facebook Messenger belegen Rang drei und fünf der derzeit größten Social Networks.

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Die größten Social Networks

WhatsApp bei den Teenies beliebter als Facebook
Die aktivsten Altersgruppen in Deutschland waren im vergangenen Jahr die 18 bis 34-jährigen. Knapp zwölf Prozent aller deutschen Facebook-Nutzer ist unter 18. Laut Bitkom Studie nutzen gerade die unter 18-jährigen mehr den Messenger-Dienst WhatsApp. Mit zunehmendem Alter nimmt Facebook jedoch in der Bedeutung zu und übertrifft dann WhatsApp. Generell steigt die Bedeutung sozialer Netzwerke mit dem Alter der Jugendlichen an. Die Altersgruppe zwischen 25 bis 34 (31%) ist in Facebook in Deutschland am stärksten repräsentiert und auch am interessantestes für die Werbetreibenden, gefolgt von den 35 bis 44-Jährigen, die mit 19 Prozent die drittstärkste Nutzergruppe von Facebook in Deutschland sind.

Altersstruktur Facebook Deutschland

Zusammenfassend kann also gesagt werden, gerade für Teenager ist WhatsApp das meistgenutzte Social Media Network, dennoch bleibt die für die Werbetreibenden interessante Zielgruppe zwischen 25 und 44 immer noch hauptsächlich auf Facebook und wird somit erreicht. Die enorme Dynamik der vergangenen Jahre in der Facebook-Nutzung wird dennoch rückläufig sein. Sei es in der reinen Verweildauer oder auch im Umgang. Messenger oder Fotonetzwerke stellen für Facebook eine Konkurrenz dar. Aber durch den Kauf von WhatsApp und Instagram hat sich Facebook bereits die Platzhirsche ins eigene Hause geholt. Und die bieten wiederum neue Möglichkeiten für das Marketing.

Instagram: Mit authentischen Schnappschüssen Reichweite aufbauen

Wie oben bereits beschrieben, ist Instagram neben WhatsApp derzeit die Plattform, die im Online-Marketing immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Fotoplattform hat weltweit 300 Millionen Nutzer und damit eine große Reichweite, wovon in etwa drei Millionen aus Deutschland kommen – Tendenz ansteigend. Zudem hat das Netzwerk ein paar Vorteile gegenüber anderen Plattformen: Die Hashtag-Funktion wird gerade auf Instagram ausgiebig genutzt, was es ermöglicht, auch Nutzer anzusprechen, die dem eigenen Kanal (noch) nicht folgen. Mittlerweile werden sogar Emojis als Hashtag erkannt und können für die Bildbeschreibung genutzt werden. Im Gegensatz zu Facebook bestimmt noch kein Algorithmus, welche Beiträge angezeigt werden und welche nicht. Wer also einem Unternehmen folgt, kann sicher sein, auch alle Bilder zu sehen. Und die Unternehmen müssen (im Gegensatz zu Facebook) nicht dafür zahlen, um wahrgenommen zu werden. Ein deutlicher Kostenvorteil.

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Copyright: futurebiz.de

Für die Generierung von neuen Bildern sind keine professionellen Fotografen nötig sind. Niemand verlangt auf Instagram professionelle Aufnahmen. Ganz im Gegenteil: In der Regel sind authentische Schnappschüsse gefragt. Auch ein entscheidender Kostenvorteil. In puncto Auffindbarkeit spielt der Fotodienst ebenfalls in der ersten Liga. Werden die Inhalte zum einen via Hashtag problemlos im Netzwerk gefunden, gehören sie außerdem auch bei der Google-Bildersuche zu den ersten Treffern. Zum reinen Betrachten der Bilder ist dabei nicht mal ein Instagram-Account notwendig.

Zu guter Letzt lassen sich Inhalte, die Sie auf Instagram veröffentlicht haben, spielend leicht auf anderen Kanälen teilen.

Ausblick: Im Moment startet Instagram mit Werbung in Deutschland. Demnach wird auch hier der Anteil an Paid-Content steigen. Haben diese Kampagnen momentan auf dem Kanal noch eine gewisse Exklusivität, aufgrund der geringeren Nutzerzahlen, kann sich das bei dem rasanten Wachstum von Instagram jedoch auch bald ändern. Das Potential von Instagram für Unternehmen und im Kommunikationsmix liegt im „Visual Storytelling“ zur Stützung von Markenbekanntheit, Markenimage oder der Verlängerung auf andere Kommunikationskanäle und damit zum Ausgleich des Verlustes von organischer Reichweite zum Beispiel auf Facebook.

Update vom 25.06.2015

Instagram hat mit der neuen Version 7.0 der App seine Suchfunktion optimiert. Ab jetzt können Nutzer nach Bildern von Orten, Personen und Markierungen innerhalb eines Fensters suchen und das macht die Plattform damit zum „Twitter für Bilder“. Ähnlich Twitter werden Fotos dann in Echtzeit angezeigt und die häufige Suche nach bestimmten Hashtags machen diese zum „trending topic“, wie auf Twitter. Bisher war es nicht möglich, Bilder gezielt auf Anhieb zu finden und im Stream anzeigen zu lassen. In den kommenden Monaten will Instagram zudem die Ads API sowie Facebook-Schnittstellen zum Kauf von Werbeanzeigen zur Verfügung stellen. Gestartet wird zunächst mit einer ausgewählten Gruppe von Facebook-Marketing-Partnern und Agenturen: Im Laufe des Jahres können alle Unternehmen weltweit das Angebot nutzen. Quelle: www.meedia.de

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