WebWissen: Keyword-Recherche

Eure Kunden bedienen sich vieler unterschiedlicher Begriffe und Fragen, um bei Google eine Antwort auf ihr Anliegen zu finden. Die Herausforderung einer Keyword-Recherche ist also, alle potenziellen Suchbegriffe für ein Produkt oder ein Thema zusammenzutragen, zu priorisieren und entsprechend inhaltlich aufzubereiten. In unserem Webwissen bringen wir euch das Thema Keyword-Recherche näher und geben euch hilfreiche Tipps für die Praxis.

Was sind Keywords?

Keywords sind die Suchbegriffe mit denen Nutzer im Internet nach Informationen suchen. An dieser Stelle kann auch gesagt werden, mit denen Nutzer bei Google nach Informationen suchen. Die Suchmaschine Google ist nach wie vor mit großen Abstand Marktführer in Deutschland, mit Anteilen von über 95 Prozent. Nicht ohne Grund steht das Wort googeln seit 2004 im Rechtschreibduden und wird häufig als Synonym für „im Internet suchen“ verwendet. Die Zahl der Suchanfragen steigt nach wie vor, vor allem mobil wird immer häufiger gegoogelt.

Google Suche

Nach Eingabe einer Suchanfrage schlägt Google die relevanten Suchergebnisse vor. Für Unternehmen ist es entscheidend bei Eingabe eines für sie relevanten Suchbegriffs in den Suchergebnissen möglichst weit oben zu stehen. Denn Google ist mit Abstand die wichtigste Traffic-Quelle für Blogs und Websites, der Anteil der Besucher über Google liegt häufig über 60 Prozent.

Warum Keyword-Recherche?

Eine gute Keyword-Recherche ist Grundlage um Besucher über Google auf die eigene Seite zu bringen. Dabei ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität des Traffics entscheidend. Ziel jedes kommerziellen Unternehmens ist es Gewinn zu erzielen, die Keyword-Recherche hilft zu verstehen wonach die Kunden im Internet suchen und welches Angebot sie erwarten. Wir empfehlen die Keywords in Themen einzuteilen, um so die Produkte für den Nutzer in den richtigen Kontext zu setzen und die Relevanz bei Google für einzelne Themengebiete zu steigern.

Es gibt Keywords, die ein hohes Suchvolumen aufweisen und damit vermeintlich hohes Potential an wertvollen Besuchern. Oft stellt sich bei solchen Keywords allerdings eine schlechte Besucherqualität heraus und das wirkt sich negativ auf die Conversion-Rate aus. Nur weil ein bestimmtes Keyword die meisten Besucher bringt, heißt das noch lange nicht, dass mehr Umsatz erzielt wird. Von der Vielzahl an Besuchern realisiert nur ein geringer Teil eine Handlung (z.B. Kauf eines Produktes) und trägt damit zur Erreichung der Ziele bei. Es wird also in Besucher investiert, die keine Umsätze bringen. Durch gezielte Keyword-Recherche lassen sich für die Nutzer relevante Themenfelder und Suchbegriffe herausfinden.

Wie finde ich relevante Keywords?

Im ersten Schritt werden alle relevanten Hauptsuchbegriffe für eine Website ermittelt. Dieser erste Schritt erfordert keine besonderen Tools, sondern Verständnis für das Angebot der Seite und ein wenig Kreativität. Dieser Grundstock an Suchbegriffen kann in den Google Keyword Planner eingefügt werden. Dieser zeigt neben dem Suchvolumen der einzelnen Begriffe auch Vorschläge für relevante Keyword-Kombinationen an. Aus diesen Vorschlägen werden inhaltlich relevante Keywords ausgewählt und die Liste damit ergänzt. An dieser Stelle kann man sich bewusst gegen Themenfelder und Suchbegriffe entscheiden, wenn diese nicht mit Brand und Image vereinbar sind.

Google Keyword Planner

Im nächsten Schritt gilt aus der Masse an gesammelten Begriffen die auszuwählen, die auf die gesetzten Unternehmensziele einzahlen. Über den Keyword Planner erhält man Daten zu Suchvolumen, Wettbewerb und CPC der Suchbegriffe. Das Testen einzelner Begriffe im Bezug auf Conversion-Potential kann auch via Google AdWords erfolgen. Suchbegriffe mit hohen Klickpreisen und wenig Umsätzen werden aus den Keyword-Sets entfernt.

Wichtig ist zu beachten, dass Google einen Unterschied zwischen Singular und Plural macht. In der Keyword-Recherche mit dem Google Keyword Planner sollte man also immer beide Varianten berücksichtigen.


Welche Arten an Keywords gibt es?

Hinter den verschiedenen Keywordtypen stehen unterschiedlich Bedürfnisse und Suchintentionen der Kunden. Sie befinden sich in unterschiedlichen Stufen des Kaufprozesses, suchen entweder nach allgemeinen Informationen zu einem Thema oder haben schon eine konkrete Kaufabsicht. Diese Stufen lassen sich auch auf die klassische AIDA-Formel übertragen. Anhand des folgenden Beispiels wird die Einteilung der Keywords deutlich.

In unserem fiktiven Beispiel ist unser übergeordnetes Ziel, den Kunden zum Kauf des bekannten Spieleklassikers Monopoly zu bewegen.

  • Navigations-Keywords: Der Nutzer sucht allgemeine Informationen. In dieser Stufe kann noch nicht von einer Kaufabsicht ausgegangen werden.
    In unserem Beispiel sucht der Kunde nach einem Thema, das ihn interessiert. Wir gehen davon aus, der Nutzer interessiert sich für Gesellschaftsspiele und sucht demnach Folgendes: Gesellschaftsspiele, klassische Gesellschaftsspiele, Top Gesellschaftsspiele
  • Informations-Keywords: Der Nutzer sucht nach detailliertern Informationen zu einem Thema.
    Unser Nutzer, der gerne Gesellschaftsspiele spielt, sucht nach Rezensionen zum Spieleklassiker Monopoly. Sein gewecktes Interesse zeigt sich in seinen Suchanfragen: Rezension Monopoly, Spielekritik Monopoly, Kritik Monopoly
  • Recherche-Keywords: Der Nutzer hat eine Kaufabsicht, möchte sich aber vor dem Kauf zunächst absichern.
    In den verwendeten Suchbegriffen äußert er seinen konkretes Interesse am Produkt. Er sucht nach Anbietern, Vergleichsportalen oder Preisen: Preis Monopoly, Onlineshop Monopoly, Amazon Monopoly
  • Transaktions-Keywords: Der Nutzer sucht nach detaillierten Informationen und hat eine klare Kaufabsicht.
    Dazu gehören alle Keywords, in denen er diese konkrete Absicht äußert. Der Kunde hat sich entschieden, nach dem er sich zuvor informiert hat: Monopoly online kaufen, Monopoly versandkostenfrei bestellen, Monopoly bestellen

AIDA Formel für Keywords

Da jedoch aus jeder Suche eine Kaufabsicht werden kann, sollte man den Suchenden möglichst wertvolle Informationen liefern. Bleiben wir beim Thema Spiele: Wenn ein Kunde Informationen zu Spielregeln findet, lernt er hierdurch das Unternehmen bereits kennen.

Short Head oder Long Tail?

Über 70 Prozent der Suchanfragen in Deutschland bestehen aus zwei oder mehr Begriffen. Je länger der Suchbegriff, desto genauer ist das Bedürfnis des Suchenden formuliert. Die Besucher befinden sich oft nahe am Conversionpunkt. Transaktions-Keywords bestehen daher häufig aus mehreren Begriffen.

  • Short Head: Beispiel „Spiele kaufen“
    Short Head Keywords sind allgemeine Begriffe mit hohem Suchvolumen. Um bei diesen Suchbegriffe in Google weit oben aufgeführt zu werden ist viel Durchhaltevermögen gefragt. Ein Besucher, der nach „Spiele kaufen“ sucht weiß noch nicht, ob er ein Computerspiel oder ein Gesellschaftsspiel möchte, ob er es online oder im nächsten Ladengeschäft kaufen wird.
  • Long Tail: Beispiel „Monopoly Spiel online kaufen“
    Long Tail Keywords bestehen aus mehreren relevanten Suchbegriffen. Diese Keywords sind heiß umkämpft, da sie eine höhrer Conversion-Rate aufweisen. Ein Besucher, der nach „Monopoly Spiel online kaufen“ sucht, hat eine genaue Vorstellung was er erwerben möchte.


Der Jackpot:

Transaktions-Keywords mit hoher Conversion Rate, hohem Suchvolumen und geringer Konkurrenz. Je nach Branche sind die Suchbegriffe mehr oder weniger umkämpft, daher ist es wichtig die Keywords sorgfältig auszuwählen. Ein Themenfeld, das zu den Inhalten des Unternehmens passt und darunter Keywords, die keine hohe Konkurrenz haben, ein lohnendes Suchvolumen aufweisen und die Conversion-Rate steigern – das ist der Jackpot.

Und zum Ende noch unsere Top 3 Tooltips:

Eine Möglichkeit Ideen für Keywords zu sammeln, ist das Anreichern von Keywords über die Suggest Funktion von Google. Einfach ein Wort in Google eintippen und es werden relevante Begriffe vorgeschlagen.

Ein weiteres praktisches Tool ist www.wikimindmap.org hier wird eine Mindmap aus Artikeln in Wikipedia erstellt. Eine sehr gute Möglichkeit frischen Wind in die Gedanken zu bekommen.

Google Trends zeigt die Suchinteressen im zeitlichen Kontext. Stratege Lars Grasemann hat zu diesem Thema einen spannenden Artikel verfasst. Jetzt weiterlesen.

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