WebWissen: Google Universal Analytics

Und schon wieder ändert Google einiges an seiner Webanalyse-Software "Google Analytics". Dabei wird das System auf neue Beine gestellt, es werden neue Reports eingeführt und neue Funktionen integriert oder möglich gemacht. Wie jeder bestimmt davon profitieren kann verraten wir hier.

„Also das sieht doch alles aus wie vorher…“ – das mag die erste Reaktion sein, wenn man den Analytics-Account auch nach der Umstellung auf Google Universal Analytics öffnet. Stimmt aber nicht – Google hat einiges umgebaut an der Parade-Anwendung, über die die meisten Websites der Welt getrackt und analysiert werden. Es wurden viele neue Reports eingeführt und einige neue Funktionen möglich gemacht – die zum Teil aber erst noch „eingeschaltet“ werden müssen.

Vorteile der neuen Code-Basis

Zentrale Aspekte der Umstellung waren der große Wunsch der Nutzer-Community nach einer besseren Nachverfolgbarkeit der einzelnen Nutzer in unserer „vernetzten Welt“, in der wir alle mehr als nur ein Endgerät nutzen – aber trotzdem nur ein Kunde sind. Hier ist es nun möglich, die Nutzer über verschiedene Endgeräte hinweg wiederzuerkennen und ihre User Journey nachzuvollziehen. So erfährt man z.B., wie häufig und über welches Endgerät ein Nutzer eine Seite besucht hat, bevor etwas gekauft hat.

Für Verlage ist hier spannend, über welche Endgeräte zahlende Abonnenten die Inhalte abrufen; z.B. Desktop Website vs. ePaper, Tablet-App oder über das Tablet auf der Website – und die verschiedenen mobilen Zugangswege. So können dann Angebote optimiert und neue geschnürt werden.

Die zweite große Innovation, die über die neue Codebasis möglich wird, ist die Zuführung von externen Daten. Damit ist es nun möglich, entweder Offline-Daten in Analytics hochzuladen oder aber direkt Online-Datenquellen zu verknüpfen. Es ist also möglich, z.B. Daten aus dem Vertrieb (Zugänge/Abgänge, Preisänderungen, etc.) oder Marketing (Schaltpläne und Budgets von klassischen Kampagnen) in Analytics zu laden um Korrelationen mit der Nutzung der digitalen Plattformen zu finden und zu analysieren, wie sich diese Maßnahmen auf die Online-Kannzahlen auswirken.

Neue Reportings in Analytics

Der Report „Aktive Nutzer“ segmentiert die Anzahl und das Verhalten von Nutzern, die in verschiedenen Zeiteinheiten die Website besuchen. So kann man ablesen, wie viele Nutzer an einem, in den letzten sieben, vierzehn oder 30 Tagen aktiv waren – womit man wieder ein schönes neues Ziel einrichten kann – nämlich die Steigerung der täglich oder wöchentlich aktiven Nutzer.

Die Auswertung "Aktive Nutzer" zeigt, in welchen Zeitintervallen Leute die Website besuchen.
Die Auswertung „Aktive Nutzer“ zeigt, in welchen Zeitintervallen Leute die Website besuchen.

Außerdem ist es mit Universal Analytics nun möglich, demographische und psychografische Daten über seine Nutzer herauszufinden. Dies ist eine der externen Datenquellen, die standardmäßig angezapft werden können; in diesem Fall das Google Display Netzwerk „AdSense“, das diese Infos aus den Cookies liefert.

"Demographische Merkmale" zeigt Alter und Geschlecht der Nutzer - natürlich auch kombinierbar!
„Demographische Merkmale“ zeigt Alter und Geschlecht der Nutzer – natürlich auch kombinierbar!
"Alter" zeigt den Nutzungsverlauf der Website nach Altersgruppen - Was auch auf Zugriffsquellen oder Produkte/Inhalte angewandt werden kann.
„Alter“ zeigt den Nutzungsverlauf der Website nach Altersgruppen – Was auch auf Zugriffsquellen oder Produkte/Inhalte angewandt werden kann.
"Geschlecht" zeigt den Nutzungsverlauf im gewünschten Zeitraum nach männlich/weiblich.
„Geschlecht“ zeigt den Nutzungsverlauf im gewünschten Zeitraum nach männlich/weiblich.

Bei den psychographischen „Interessen“ bildet Google drei Untergruppen:

  • „Affinitäten“ zeigt die Nutzer in generellen Gruppen an, die bereits von Google benannt wurden.
  • „Kaufbereite Zielgruppen“ beschreibt Nutzer, die an bestimmten Produkten oder Leistungen bereits Kaufinteresse signalisiert haben.
  • „Andere Kategorien“ ist die unbewertete Auswertung einfach von Themenfeldern der Nutzer.
"Interessen" sind in die Bereiche "Affinität", "Kaufabsicht" und "Andere" untergliedert.
„Interessen“ sind in die Bereiche „Affinität“, „Kaufabsicht“ und „Andere“ untergliedert.

Natürlich lassen sich auch hier wieder die einzelnen Profile oder aggregierte Zielgruppen über die Seite hinweg verfolgen und ihre Performance bis hin zu Zielen und Wandlungsraten messen.

Wie man diese demographischen Reportings „einschaltet“ kann man hier wunderbar bei Google selbst nachlesen. Aber bitte aufpassen und die Datenschutzbestimmungen für diese Reportings entsprechend anpassen – der Analytics-Support klärt auch darüber bestens auf.

Neue Einstellungsmöglichkeiten in der Verwaltung

Auch bevor Google Analytics die Daten verarbeitet kann noch einiges eingestellt werden, damit später umso mehr Schlüsse gezogen werden können. Dazu gehören diese neuen Funktionen:

Von nun an können Default-Werte für Session-Timeouts für die Sitzung selbst sowie Kampagnen eingestellt werden. Während der Session-Timeout ja noch einfach zu verstehen ist kann über das neue Kampagnen-Timing ein Visit nun bereits nach kürzerer Zeit einer neuen Kampagne zugeordnet werden (z.B. Social Media-Kampagnen).

Weiterhin können nun die Quellen detaillierter für die Verarbeitung konfiguriert und zugeordnet werden. Über „Quellen der organischen Suche“ können nun Seiten definiert werden, die ebenfalls als Suchmaschinen fungieren, aber nicht von Google als solche geführt werden. Das können z.B. interne Systeme sein oder Foren sowie Telefonbücher, etc.

Ebenso können nun über die „Verweis Ausschlussliste“ einzelne Seiten ausgewählt werden, die nicht als Verweis/Referrer-Seiten gezählt werden sollen; z.B. andere eigene Seiten oder nahestehende (Sub-) Domains. Diese erscheinen dann zukünftig in den direkten Zugriffen.

Außerdem können nun Keywords in die „Suchbegriff-Ausschlussliste“ eingegeben werden, die danach nicht mehr in der organischen Suche, sondern als direkte Zugriffe auftauchen. Sucht z.B. jemand nach „www.netzstrategen.com“ würde er zukünftig dann nicht mehr unter „Suche“, sondern unter den direkten Zugriffen zu finden sein.

Für Unternehmen mit sehr starken Marken kann dies sehr spannend sein – aber es wird zukünftig auch die Ergebnisse sehr stark beeinflussen. Wir empfehlen unbedingt, für diese tiefgreifende Änderung einen neuen „View“ anzulegen, damit die alte Logik auch weiter getrackt wird und vergleichbar bleibt.

Zusammenfassung

Was kann das „neue“ Analytics also alles?

  • Es ist damit möglich, das Nutzerverhalten über verschiedene Endgeräte zu tracken
  • Man kann Offline-Daten hochladen und externe Datenquellen vernetzen
  • In den Reports sind demographische und psychografische Daten verfügbar
  • Es werden aktive Nutzer aggregiert und deren Besuchsentwicklung dargestellt
  • In der Verwaltung kann eingerichtet werden, wie mit Suchmaschinen, Suchbegriffen und verweisenden Website umgegangen werden soll

Loslegen

Wenn das alles spannend klingt, dann gibt es keine Gründe mehr mit der Umstellung zu warten. Wie das geht beschreibt Google hier auf den Supportseiten prima – oder einfach uns fragen; wir helfen auch gerne dabei.

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