WebWissen: E-Mail Marketing

„Sie haben Post“ klingt in Zeiten sozialer Netzwerke fast wie eine Botschaft aus einer anderen Zeit. Doch läuft in der persönlichen Kommunikation – privat wie beruflich – viel über die E-Mail. So hat auch fast jeder, der eine Website betreibt, einen Newsletter. Leider wird dieser oft stiefmütterlich behandelt, bietet die E-Mail doch einige Chancen in der Kundenkommunikation.

Was ist E-Mail Marketing?

E-Mail-Marketing oder wer „spamt“ am Besten? Ein Vorurteil, dem sich das führende digitale Dialogmarketing-Instrument, regelmäßig ausgesetzt sieht. So werden Werbemails oft als störend wahrgenommen.

E-Mail Marketing ist ein Teil des Online-Marketings und im speziellen dem Direktmarketing zuzuordnen. Und wie der Name schon verrät, geht es darum, durch den Versand gezielter E-Mails, den Kontakt zu bestehenden oder neuen Kunden zu festigen. Es kann generell zwischen der “one-to-one-Kommunikation” (der Versand einer E-Mail an gezielt eine Person) und der “one-to-many-Kommunikation” (der Versand einer E-Mail an mehrere Personen/Verteiler-Gruppen) unterschieden werden. Der klassische Newsletter ist bspw. ein Tool des E-Mail Marketings.

Aber lohnt sich das in der heutigen Zeit überhaupt noch?

Soziale Kanäle schießen wie Pilze aus dem so fruchtbaren Boden und lassen vermuten, dass dem E-Mail Marketing längst der Rang abgelaufen ist. Doch wer so denkt, irrt gewaltig.
An dieser Stelle möchten wir ein paar Fakten in den Raum stellen, welche von dem Unternehmen Salesforce erhoben wurden. (Die vollständige Liste gibt es hier.)

  • Im Jahr 2016 wird die Zahl von 4,3 Milliarden E-Mail Accounts erreicht worden sein.
  • Für jeden in E-Mail-Marketing investierten Euro kommt durchschnittlich der vierfache Ertrag zurück.
  • 44 Prozent der E-Mail-Empfänger tätigten einen Kauf auf Basis einer Werbe-Mail.

Es wäre also ein Fehler, den Fokus des Online-Marketings ausschließlich auf Social Media zu legen, wenn man bedenkt dass die Ausmaße die eines Dschungels gleichen, in dem man sich ohne Strategie schnell verläuft. Auf welchem Kanal treffe ich am besten auf welche Kunden? Und welchen Content strahle ich zu welcher Zeit in welcher Form am gewinnbringendsten aus? Fragen, die sich für soziale Kanäle weitaus schwieriger beantworten lassen als bspw. für einen Newsletter. Daraus lassen sich im Umkehrschluss noch weitere Vorteile für das E-Mail Marketing herausstellen:

  • Kontakte lassen sich bis ins Detail in verschiedene Verteiler segmentieren
  • Eine E-Mail/Newsletter hat (technisch korrekt umgesetzt) keinerlei Einschränkung bezüglich Anzahl von Bildern und Zeichen
  • ROI lässt sich einfach messen (z.B. Click-through Rate, Open Rates, etc.)
  • Auf mobilen Geräten ist E-Mail-lesen die beliebteste Aktivität der Nutzer

Hinzu kommt, dass das Versenden eines Newsletters eine vergleichsweise kostengünstige Angelegenheit des Direktmarketings ist.
Vollständigerweise müssen an dieser Stelle auch die Vorteile der sozialen Kanäle genannt werden. Mit Social Media erreicht man zweifellos ein großes Publikum welches im besten Fall mit der Marke interagiert und für Viralität sorgt. Ein weiterer Punkt, der auch die sozialen Kanäle unverzichtbar macht, ist der Einfluss auf das Ranking in den Suchmaschinen. Um den besten Mix für Ihre Online-Marketing-Aktivitäten zu erhalten, sollten Sie folglich weder auf das eine, noch das andere Tool verzichten sondern eine passende Strategie zur Kombination haben.

Ich möchte E-Mail Marketing für mein Unternehmen nutzen. Was muss ich beim Versand eines Newsletters beachten?

Wir distanzieren uns an dieser Stelle davon, eine verbindliche Rechtsauskunft zu geben. Aber wir haben uns dennoch die Mühe gemacht, ein paar Stolpersteine zu identifizieren und wichtige Tipps zum sicheren Versand eines Newsletters zusammen zu tragen:

Bevor Sie einen Newsletter versenden, sollten Sie:

  • Generell immer vorab die Einwilligung der Empfänger einholen. Unerwünschte E-Mail-Werbung ist gesetzlich ganz zu Recht verboten. Es gilt: Ohne Einwilligung keine Mailings.
    Werbung liegt vor bei:
  • – Hinweis auf Sonderangebote
    – Kooperationsanfragen
    – versteckte Hilfestellung
    – Imageinformation
    – Hinweis auf Blogbeiträge

  • Das Double-Opt-In Verfahren integrieren
  • – Nach der Registrierung erhält der Interessent eine Willkommens-E-Mail, in der er aufgefordert wird, auf einen Bestätigungs-Link zu klicken, sofern er Ihre Mailings zukünftig erhalten möchte
    – Dieses Verfahren stellt die Einwilligung der Empfänger sicher

  • die Bestätigungsmail für Double-Opt-In Verfahren folgendermaßen gestalten:
  • – keine Werbung ( bereits das Firmenlogo kann schon als Werbung interpretiert werden)
    – Inhalte der Anmeldemaske wiederholen (s. u. “Infos auf Newsletter-Anmelde-Seite”)
    – Impressum angeben oder Geschäftsinformationen und Link zum Impressum
    – auch bei offline generierten Mail-Adressen sollte eine Opt-In Bestätigungs-Mail verschickt werden

  • stets auf die Protokollierung der Anmeldung achten (im Falle einer Abmahnung muss diese dem Gericht vorgelegt werden)
  • – Datum und IP der Anmeldung (auf Speicherung der IP zum Zwecke der Protokollierung hinweisen!)
    – Datum und IP der Bestätigung
    – Inhalt der Bestätigungsmail
    – Protokoll muss lesbar sein (Datenbank Auszug ist ungeeignet)

  • folgende Infos auf der Newsletter-Anmelde-Seite bereit stellen um Irrtümer auszuschließen:
  • – Inhalte des Newsletters
    – Absender des Newsletters
    – Häufigkeit des Newsletters
    – Widerrufsrecht des Newsletters

  • den Newsletter anonym nutzbar machen, also auch ohne Angabe des Namens usw.
  • Steht die Newsletter-Anmeldung in Zusammenhang mit einem Gewinnspiel, so ist immer eine extra, nicht vorab aktivierte Checkbox für die Anmeldung notwendig

Wenn Sie diese Punkte einhalten, sollten Sie sich relativ sicher im E-Mail Marketing Feld bewegen. Nichts desto trotz ist es immer ratsam sich vorab rechtlich bei einem Anwalt abzusichern. Bei Fragen zur technischen Umsetzung oder einer E-Mail Marketing Strategie können Sie sich jederzeit direkt mit uns in Verbindung setzen.

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