Webanalyse: Zielgruppen-Berichte

Mit Zielgruppen-Berichten kann man, wie der Name schon sagt, die erreichte Zielgruppe auf der Website genauer analysieren. Google Analytics sammelt dazu alle verfügbaren Daten über die Nutzer und verarbeitet diese nach verschiedenen Kriterien. So ist es möglich, sich ein ziemlich genaues Bild der Leute zu verschaffen, die sich auf der Website bewegen. Das ist wichtig, um ein Nutzerprofil der Website erstellen zu können.

Wie erstelle ich mir ein Profil über meine Nutzer?

Wer Inhalte für die Website generiert, tut dies für eine bestimmte, vorher definierte Zielgruppe. Diese setzt sich aus verschiedenen Attributen zusammen, wie zum Beispiel das Alter, Interessen, Affinität zu den sozialen Medien, Verwendung von bestimmten Geräten usw. Ob die darauf abgestimmten Inhalte auch die richtigen Personen im Netz erreichen, lässt sich dank Webanalyse leicht herausfinden.

Im Wesentlichen bekommt man aus Google Analytics Daten über

  • den Nutzer selbst,
  • sein Verhalten auf der Website
  • und Informationen über die verwendete Technologie.
  • Dazu gibt es viele Fragen, die ich im Folgenden erläutern möchte:

    Welche Altersgruppe surft auf der Website?

    Alter und Geschlecht lassen sich im Bericht „Demografische Merkmale“ ablesen. Hier werden die Besucher in mehrere Altersgruppen eingeteilt, so dass man erkennt, welche Altersgruppe am stärksten vertreten ist. Verteilt auf verschiedene Messwerte kann man die Altersgruppe mit den meisten Sitzungen, der höchsten Absprungrate oder durchschnittlichen Verweildauer ermitteln. Gleiches gilt für die Verteilung von männlichen und weiblichen Nutzern auf der Website.

    Google Analytics Demografische Merkmale Zielgruppen-Berichte
    Google Analytics wertet demografische Merkmale wie Alter und Geschlecht der Nutzer aus

    Verbunden damit kann man auch auslesen, welche Themen für die Nutzer, gegliedert nach Altersgruppen, am interessantesten sind. Im „Interessen“-Bericht werden die Themen der Website wieder anhand der Messwerte dargestellt.

    Diese Berichte gehören nicht zu den Standardberichten. Um sie zu aktivieren, muss eine zusätzliche Zeile im Tracking-Code implementiert und die Demografie-Berichte in den Property-Einstellungen aktiviert werden. Die Datenschutzbestimmungen sollten auch entsprechend angepasst werden. Nähere Infos dazu gibt es im Analytics-Support von Google.
    Außerdem aufpassen: in manchen Browsern ist die Sammlung dieser Daten durch Cookies deaktiviert. Gegebenenfalls wird also nur ein Teil der Nutzer abgebildet.

    Woher kommen die Nutzer?

    Je nach Segment kann es interessant sein, aus welchen Städten, Regionen oder sogar aus welchen Ländern die Besucher kommen. Uns freut es sehr, dass wir neben Baden-Württemberg auch viele Nutzer aus NRW, Bayern und Niedersachsen auf der netzstrategen-Website haben. 91 % unserer Nutzer stammen aus Deutschland. Möchte man eine internationale Verbreitung, sollte man z.B. Texte auf Englisch schreiben.

    Google-Analytics-Zielgruppen-Berichte-Standorte
    Der Standort-Bericht gibt Aufschluss über die geografische Herkunft der Nutzer

    Wie viele Besucher gibt es auf der Seite?

    Die Anzahl der Besucher bzw. Nutzer gibt zunächst einmal Aufschluss über die Reichweite der Website. Wie diese Angabe zu bewerten hängt allerdings sehr stark davon ab, in welcher Branche man tätig ist. So bewegt sich diese Zahl beim Newsportal eines großen Verlages im Millionenbereich, während ein kleiner Onlineshop nur ein paar Tausend und ein örtlicher Dienstleister nur mehrere Hundert Nutzer hat. Wichtig ist, dass diese Zahl sich langfristig nach oben entwickelt.

    Die Nutzerzahl setzt sich aus neuen und wiederkehrenden Nutzern zusammen. Neue Nutzer waren zum ersten Mal auf der Website, während wiederkehrende Nutzer mindestens zum zweiten Mal da waren. Der Anteil an neuen Nutzern lässt sich im Bericht „Neu und wiederkehrend“ herausfinden.

    Besucht ein Nutzer die Website mehrmals?

    Es ist immer erstrebenswert, dass Besucher öfter als einmal auf die Website kommen. Denn das zeigt, dass die Website in irgendeiner Hinsicht interessant genug war, damit ein Nutzer sie positiv abgespeichert hat. Ziel sollte also sein, aus den neuen Nutzern wiederkehrende zu machen und diese am besten regelmäßig auf die Seite zu holen. Ob das gelingt, lässt sich über die Treue der Nutzer herausfinden. Eine Aussage darüber lässt sich treffen, indem man die Besuche mit der Anzahl der wiederkehrenden Besucher ins Verhältnis setzt und ermittelt, wie häufig Nutzer im Schnitt wiederkehren. Die netzstrategen-Besucher kommen im Schnitt 4,5 mal auf die Website.

    Ergänzend dazu gibt der Bericht „Häufigkeit und Aktualität“ Aufschluss darüber, wie sich die Seitenaufrufe auf die Nutzer mit einem, zwei oder mehr Besuchen verteilt. Bei den netzstrategen beispielsweise kommen ein Drittel aller Seitenaufrufe von Nutzern, die öfter als einmal die Website besucht haben. Die Frequenz der Besuche, also wie viel Zeit zwischen den Besuchen vergeht, kann mit den Tagen seit der letzten Sitzung ermittelt werden. Hier zeigt sich, dass 88 % der netzstrategen-Besucher mehrmals täglich vorbei schauen.

    Wie stark beschäftigen sich die Nutzer mit den Inhalten?

    Hier geht es um das Engagement der Nutzer mit der Website und ihren Inhalten. Das lässt sich am besten feststellen, indem man sich die durchschnittlich aufgerufenen Seiten pro Sitzung (Seitentiefe) anschaut. Eine möglichst hohe Seitenzahl verbunden mit einer relativ langen durchschnittlichen Sitzungsdauer lässt darauf schließen, dass Besucher sich Seite für Seite durchgeklickt haben und sich lange mit den Inhalten beschäftigt haben. Kommt hier noch eine niedrige Absprungrate dazu, d.h. Nutzer verlassen die Website nicht gleich nach der ersten Seiten wieder, hat man einen ganz guten Job gemacht.

    Welche Technologie wird von der Zielgruppe genutzt?

    Der technische Aspekt spielt bei der Performance der Website durchaus eine große Rolle. Von daher sollte man sich ausgiebig damit beschäftigen, welche Gerätschaften die Nutzer verwenden. Im Tab „Technologie“ findet man umfassende Informationen zu den am häufigsten verwendeten Browsern, Betriebssystemen, Internet-Providern oder Bildschirmauflösungen. diese Informationen sind nicht nur bei der Fehlersuche überaus nützlich. Es ist außerdem auswertbar, wie viele Nutzer per Desktop, Mobile Phone oder Tablet auf die Website kommen. Diese Informationen entscheidend sein, wenn es um die Frage „Responsive Webdesign“ oder mobiloptimierte Version etc. geht. Desweiteren kann man über die Gerätekategorie z.B. Rückschlüsse auf das Nutzungsverhalten nach Tageszeit treffen. Desktopnutzer sind wahrscheinlich eher tagsüber und an Werktagen aktiv, während Mobile-Nutzer auch morgens und abends und an den Wochenenden aktiv sind. Segmentiert man diese Gruppen noch nach anderen Attributen, wie dem Alter, kann man seine Blogposts und Social Media Aktivitäten darauf abstimmen.

    Google-Analytics-Zielgruppenberichte-Geräte
    Sitzungen gruppiert nach Gerätekategorie

    Wer die Zielgruppen-Berichte sinnvoll einsetzt kann eine Menge über seine Nutzer lernen und digital viel besser auf sie eingehen. Die Nutzer werden es danken! Wir haben noch mehr für Sie zum Thema Webanalyse oder starten Sie ein Projekt mit uns!

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