Was ist Linkjuice?

Um uns im Internet fortzubewegen und von einer Website zur Anderen zu gelangen, nutzen wir Links. Das ist ein einfacher Weg, mit dem man an weitere wichtige Infos zu einem Themenbereich kommt.
Doch Links spielen auch noch eine andere Rolle, da sie für Webseitenbetreiber einen wichtigen Faktor für die Suchmaschinenoptimierung darstellen.

So sind Backlinks essentiell für einen guten PageRank. Denn wenn viele Webseiten auf meine Webseite verweisen, ist das für Google ein Signal, dass meine Seite relevante Informationen erhält. Doch noch viel wichtiger ist, dass nicht nur viele Links auf meine Seite verweisen, sondern diese auch von Webseiten kommen, die meiner Seite themennah und vom Inhalt her qualitativ hochwertig sind. Nicht jeder Backlink ist also gleich viel wert. Was das für SEO bedeutet, erkläre ich Euch hier.

Welchen Wert hat ein Link?

Hier mal ein Beispiel:
Man stellt sich eine Webseite vor, die sich mit dem Thema Reisen & Wandern beschäftigt. Die Webseite richtet sich an Neulinge, wie auch an erfahrene Personen. Man kann tolle Ziele für seine nächste Reise finden und sich gegenseitig austauschen.
Die Seite bekommt nun 2 Links. Einmal von einem weltweit bekannten Weltenbummler und von einer großen IT-Seite. Beides sind gute Links, doch welcher ist nun besser?

Wie man sich schon denken kann, ist der Link vom bekannten Weltenbummler natürlich besser, da er themen näher ist, als der Link von der IT-Seite. Man kann schließlich davon ausgehen, dass sich auf der Seite des Weltenbummlers mehr Besucher für unsere Seite interessieren, als die Menschen, die den Link auf der IT-Seite sehen, obwohl die IT-Seite eine größere Reichweite hat und eventuell sogar bei Google eine höhere Sichtbarkeit hat.

Also ist Link nicht gleich Link. Wobei das ein sehr vereinfachtes Beispiel ist und Google noch viel mehr Rankingfaktoren hat, die am Ende alle zusammen spielen.

Grafik wie fließt der Linkjuice
Infografik zur Veranschaulichung des Linkjuices

Was ist Linkjuice?

Nachdem wir nun wissen, dass jeder Link einen gewissen Wert hat, stellt sich die Frage, was das dem Webseitenbetreiber bringt? Hier kommt nun der Begriff “Linkjuice” ins Spiel. Wortwörtlich übersetzt heißt es im deutschen “Linksaft”, aber besser ist die Übersetzung “Linkkraft”. An diesem Begriff kann man ablesen, dass jeder Link eine Kraft hat, die er an die verlinkte Seite weitergibt. Das sind Informationen, wie Page- und TrustRank.

Auf Ryte sind die beiden Begriffe PageRank und TrustRank sehr gut erklärt:

Als PageRank wird ein Verfahren bezeichnet, das eine Bewertung von Webseiten mit Hilfe eines Algorithmus‘ auf der Basis ihrer eingehenden Verlinkungen zulässt. Grundsätzlich wird eine Seite mit vielen eingehenden Links höher gewichtet als eine Webseite, auf die nur wenige Hyperlinks verweisen.

Wer mit seiner Webseite weit oben in den SERPs ranken will, muss neben vielen anderen Faktoren auch Autorität und Domain Trust, also Glaubwürdigkeit, seiner Webseite vorweisen. Als vertrauenswürdig bzw. mit hohem Domain Trust gilt eine Webseite für Google und andere Suchmaschinen dann, wenn sie reich an wertvollen, nützlichen Informationen für ihre User und frei von Spam oder unethischen Praktiken ist. Domain Trust kann auch durch eingehende Links oder das Domainalter erhöht werden. Insgesamt sind es viele verschiedene Aspekte, welche den Domain Trust beeinflussen können.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Link umso mehr Kraft hat, je höher der Stellenwert der linkgebenden Seite ist.

Dofollow & Nofollow

Wie gelangt nun der Linkjuice auf die Webseite, auf die der Link verweist? Standardmäßig sind alle Links auf “dofollow” gesetzt, ohne dass man das Attribut definieren muss. Dann folgt der Google Crawlbot jeglichen Seiten. Bekommt man nun einen Link mit “dofollow” von Apple, ist das richtig gut, da man die gesamte Kraft dieses Links erhält, also vererbt bekommt.

Mit “nofollow” bewirkt man das Gegenteil – es wird keinerlei Linkjuice weitergegeben. Wobei man nun nicht auf die Idee kommen sollte, alle ausgehenden Links auf “nofollow” zu setzen. Denn hierbei ist Vorsicht geboten, da damit der “Linkjuice” beeinflusst wird, was unter Umständen unnatürlich erscheinen kann. Zwar ist das für einen Webseitenbetreiber immer noch gut, da über diesen Link Besucher auf die eigene Seite gelangen, jedoch eben keine Kraft vererbt wird.

“Nofollow” lässt Linkjuice versickern

Die Linkkraft der Seite verteilt sich auf alle ausgehenden Links gleichmäßig. Wird bei “nofollow” Links jedoch nicht vererbt. Wenn man sich nun zwei Webseiten vorstellt. Eine davon hat 10 ausgehende “dofollow” Links und die andere hat 5 ausgehende “dofollow” und 5 ausgehende “nofollow” Links. Auf beiden Seiten wird der Linkjuice vererbt, jedoch wird er auf der Seite mit 5 ausgehenden “nofollow” Links für diese einfach im Nichts verschwinden. Also versickert die Hälfte der Linkkraft der linkgebenden Seite.
Außerdem ist es egal, ob ein oder mehrere Links auf eine Webseite verweisen – die Kraft ist immer dieselbe.

Wie verteile ich den Linkjuice auf meiner Webseite?

Man hat also einen starken Backlink erhalten, der nur gute Informationen vererbt. Doch wie lässt man den “Linkjuice” nun auf seiner eigenen Webseite weiterfließen?
Wichtig ist nun, dass man seine Seite gut strukturiert. Hierbei kommt der Begriff “Siloing” ins Spiel. Man sollte seine Webseite logisch und nach Themen sortiert aufbauen. Ziel ist es, alle relevanten Unterseiten mit ausreichend “Linkjuice” zu versorgen.

Worauf sollte man als Webseitenbetreiber achten?

Natürlich ist es klar, dass man als Webseitenbetreiber möglichst viele starke Backlinks mit gutem Linkjuice erhalten möchte. Dabei sollte man darauf achten, dass die linkgebende Seite möglichst themennah ist und einen hohen Trust bei Google besitzt. Außerdem sollte sie nicht zu viele ausgehende Links enthalten, denn dadurch erhält der einzelne Link weniger Kraft (vgl. spammige Branchenverzeichnisse u. ä.). Wichtig ist vor allem, dass der Link nicht mit “nofollow” versehen ist, damit der Linkjuice auch vererbt wird.

Hoffentlich konnte ich Euch das Thema „Linkjuice“ verständlich beschreiben. Falls Ihr fragen habt, könnt ihr diese gerne in die Kommentare schreiben!

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