Das neue Varianten-Feature von Versacommerce

Gibt es in einem Online Shop ein Produkt, das beispielsweise in unterschiedlichen Farben und / oder Größen gibt, so handelt es sich dabei um ein Produkt mit verschiedenen Varianten / Variationen / Konfigurationen. Sinnvollerweise sind die verschiedenen Varianten in einem so genannten Hauptprodukt enthalten. Diese Zusammenfassung der Varianten in einem Produkt ist aufgrund der überschaubaren Dimensionen eines Online Shops von größter Bedeutung.

Vor ein paar Monaten habe ich einen Beitrag über eine Shoplösung aus der Cloud geschrieben. Dabei hat sich Versacommerce erstmal als klarer Favorit herausgestellt, doch bei dem Kriterium Variantenumsetzung mussten wir leider einen Stern abziehen, da uns die Shoplösung in der Hinsicht nicht ganz überzeugt hat.
Netterweise hat sich gleich nach der Veröffentlichung des Beitrages der Support von Versacommerce bei uns gemeldet, um mitzuteilen, dass sie die Variantenumsetzung gerade optimieren. Vor kurzem kündigte nun der Support das neue Varianten-Feature an.

Mit ihm kannst du Varianten von Produkten leichter in den Katalog einarbeiten, also etwa verschiedene Größen, Farben und Materialien.
Beim Monopa-Theme ist das Varianten-Feature voreingestellt, die meisten anderen Shop-Themes unterstützen es bereits. […]
Anhand eines Klicks werden Varianten angelegt und anschließend kannst du individuelle Einstellungen vornehmen.

Wir wollten uns natürlich das neue Varianten-Feature näher anschauen und testen, um auch den interessierten Lesern das versprochene Feedback zu geben.

Die Erfassung der Varianten im Backend

Die Varianten werden im Abschnitt »Produkte« unter dem Tab »Varianten« bearbeitet. Zunächst sollen hier die Merkmale definiert werden, was mich auf den ersten Blick auch sehr gefreut hat. Von der Reihenfolge ist es empfehlenswert, erstmal den Hauptartikel vollständig einzurichten und im nächsten Schritt die Varianten dazu anzulegen, denn bei der Erstellung der Varianten können Merkmale und auch andere Informationen von dem Hauptprodukt übernommen werden.
Es gibt die Möglichkeit jeder Variante eine eigene Artikelnummer und Preis zu vergeben – soweit so gut. Die Varianten-Darstellung im Backend erschien mir auf den ersten Blick zunächst mal übersichtlich, aber im nächsten Moment fand ich diese doch ein wenig verwirrend und zwar, weil das Hauptprodukt in der Varianten-Liste aufgeführt wird.
netzstrategen - Varianten Übersicht Versacommerce

Frontend-Darstellung der Varianten

Ich war echt auf die Darstellung im Frontend gespannt. Die Kategorie-Seite hat mich schon mal positiv eingestimmt: Hier erscheint das Hautprodukt mit dem Titel und der Preisspanne, die den unterschiedlichen Preis der einzelnen Varianten berücksichtigte. Farbvariationen waren zwar auf der Kategorieseite nicht ersichtlich, aber das ist für mich auch kein K.O.-Kriterium.
netzstrategen - Varianten Kategorieseite Versacommerce
Etwas enttäuscht war ich von der Shop- bzw. Katalog-Seite direkt: Hier waren alle Varianten als einzelne Produkte nebeneinander dargestellt, was natürlich gleich an den Duplicate Content denken lässt, zumindest spontan, ohne zu prüfen, ob entsprechende Maßnahmen wie Angabe der Canonical-URL in den Produktvarianten automatisch gespeichert werden oder noch einer Anpassung bedürfen.
netzstrategen - Varianten Shopseite Versacommerce

Auf der Produktseite war ich dann auch verwirrt: Die Varianten werden über ein Dropdown-Feld (wie auch schon vor der Optimierung der Variantenumsetzung) dargestellt. Die erwarteten Dropdown-Felder mit der Auswahl für die hinterlegten Merkmale – in unserem Beispiel für Größe und Farbe – tauchen auf der Produktseite gar nicht auf. Im Dropdown erscheint neben dem Title und Subtitle noch der jeweilige Preis der einzelnen Varianten, d. h. auch hierüber ist es für den Nutzer nicht ersichtlich, welche Größe und Farbe sich dahinter verbirgt, es sei denn der Titel würde diese Angaben enthalten.
netzstrategen - Varianten Dropdown Versacommerce

Sobald der Nutzer eine der Varianten auswählt, springt man auch auf die jeweilige Produktvarianten-Seite, d. h. die Variante wird nicht innerhalb des Hauptprodukts angezeigt, sondern hat in der Tat eine eigene URL / Unterseite. Das ist wie bereits erwähnt aus unserer Sicht zum Einen keine optimale Vorgehensweise im Hinblick auf Duplicate Content, es sei denn, man würde wie gehabt die Problematik über die Definition der Canonical-URL regeln. Zum Anderen, wenn jede Produktvariante eine eigene Produktseite hat, wirkt das ganze wie ich finde verwirrend, denn für einen Endnutzer sehen die auf diese Weise dargestellten Produkte (Produktvarianten) erstmal wie eigenständige Produkte aus.

Die Bilder der Produktvarianten sind leider auch nicht gleich sichtbar. Diese würde ich mir als Endnutzerin gerne gleich unter dem Bild des Hauptartikels als Bildergalerie wünschen, diese verbergen sich allerdings unter dem Textlink „Varianten“, der dann über ein Pop-Up-Fenster die Bilder mit dem Titel und Preis der jeweiligen Variante anzeigt. S.h. folgenden Screenshot (zwei Screenshots übereinandergelegt):
netzstrategen - Varianten im Online Shop über Pop-up Versacommerce

Fazit

Alles in allem bin ich der Meinung, dass das neue Varianten-Feature leider noch ein hohes Optimierungspotenzial hat. Was sich im Backend als sehr vielversprechend angefühlt hat und auch praktisch aussah, hat im Frontend leider nicht die erwartete Widerspiegelung gefunden. Denn um die Dimensionen eines Online Shops nicht zu sprengen, müssen meiner Meinung nach die Varianten innerhalb des Hauptproduktes dargestellt und eben im Zuge der „Konfiguration“ auch die entsprechenden Informationen – passendes Bild, passender Preis, dynamisch (an Ort und Stelle) ausgegeben werden.

Nun sind wir wieder im Kontakt mit Versacommerce. In den nächsten Tagen werde ich mit einem Support-Team-Mitarbeiter die Möglichkeiten des Varianten Features gemeinsam durchgehen. Ich berichte gerne, wenn sich dabei etwas Neues herausstellt. :)

Alle Beiträge von Elena

Unsere meistgelesenen Beiträge

Zwei Jahre Chromebook: Ein Erfahrungsbericht

Google Chromebook
|
Gute 25 Jahre PC-Nutzung - von Anfang an mit Windows. Dann raucht im wahrsten Sinne des Wortes mein teures und gar nicht so altes Lenovo-Notebook ab. Und ich bestelle mir einfach ein Chromebook und bin schneller weg aus der Windows-Welt, als ich es für möglich gehalten hätte. Zwei Jahre ist das nun her - und ich habe zwischendurch immer wieder über meine Erfahrungen mit dem Chromebook berichtet.