Phonebloks & Ara: Kommen (endlich) die modularen Smartphones?

Unsere heutigen Smartphones sind vor allem eines: schnell alt. Wenn man früher sein Handy mehrere Jahre problemlos benutzen konnte, sind die heutigen Geräte oft schon nach wenigen Monaten überholt; die klassischen 2 Jahre Vertragslaufzeit überlebt kaum ein Gerät: Display kaputt, Akkulaufzeit im Keller, Prozessor zu schwach für das nächste Update...

Seit einigen Monaten wird im Netz über das Projekt „Phonebloks“ diskutiert. Der Ansatz ist denkbar einfach:
Weg von geschlossenen Systemen, bei denen man nichteinmal ohne Weiteres den Akku ersetzen kann, hin zu modularen Geräten, die sich problemlos auf- oder umrüsten lassen.
Das Smartphone könnte so eine deutlich längere Lebensdauer haben, wir würden viel weniger Elektroschrott produzieren.

Seit heute hat die Phonebloks-Bewegung einen sehr prominenten Unterstützer: Motorola.
Der Handyhersteller, der vor einiger Zeit von Google übernommen wurde, arbeitet offenbar selbst seit einiger Zeit unter dem Namen „Ara“ an einem sehr ähnlichen Konzept und kooperiert mit Phonebloks nun ganz offiziell.

Seine Ziele erklärt Motorola in einer Mitteilung von 29.10. wie folgt:

„Led by Motorola’s Advanced Technology and Projects group, Project Ara is developing a free, open hardware platform for creating highly modular smartphones. We want to do for hardware what the Android platform has done for software: create a vibrant third-party developer ecosystem, lower the barriers to entry, increase the pace of innovation, and substantially compress development timelines.“

Die Vorteile für die Smartphone-Nutzer klingen attraktiv:

„Our goal is to drive a more thoughtful, expressive, and open relationship between users, developers, and their phones. To give you the power to decide what your phone does, how it looks, where and what it’s made of, how much it costs, and how long you’ll keep it.“

Künftig könnten wir also viel mehr mitbestimmen, was unsere Smartphones können sollen, welche Funktionen wir wirklich brauchen und auf was wir vielleicht verzichten könnten. Wer zum Beispiel einen größeren Akku haben möchte, könnte auf den Puls-Messer verzichten – nur als Beispiel.

Ich persönlich ärgere mich schon länger über die „geschlossenen“ Smartphones, denn ich teile die Meinung der Fairphone-Bewegung (dazu ein anderes Mal mehr):

„if you can’t open it you don’t own it“

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