Paid Content als Chance – aber anders als gedacht

Auch wenn die Erwartungen zum Teil so hoch sind, dass sie nur enttäuscht werden können. So muss man das Engagement für Bezahlinhalte als Chance für die Verlage werten. Denn die konkrete Auseinandersetzung mit digitalen Geschäftsmodellen abseits der Werbevermarktung setzt einen Lernprozess in Gang. So scheint der gesamten Branche nicht nur bewusst, dass das bewährte Modell allein nicht zukunftsfähig ist. Sie setzen sich außerdem ganz handfest mit Modellen und Umsetzungswegen und stellen dabei Teile ihres bestehenden Geschäfts in Frage. Ein Schritt, der noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre.

Neben diesem Lernprozess löst dies eine Verschiebung der Prioritäten und internen Machtverhältnisse aus. Die Onliner erhalten einen größeren Stellenwert, Redaktion und Verkauf öffnen sich zunehmend für neue Wege. Gut, man könnte auf der Lernkurve bereits deutlich weiter sein. Aber besser spät als nie.

Eins müssen die Kolleginnen und Kollegen in dem Zusammenhang beweisen: Geduld. Denn Paid Content ist ein Thema, das sich langfristig entwickelt. Daher dürfen die kurzfristigen Erwartungen nicht zu hoch gesteckt werden und das Modell verfrüht für gescheitert erklärt werden. Entscheidender ist der Wille zum kontinuierlichen Lernen und Anpassen der Aktivitäten. Denn es werden auch weiterhin neue Endgeräte, neue Betriebssysteme, neue Bezahlmodelle und somit neue Kundenbedürfnisse entstehen, die bedient werden wollen. Doch vielleicht ist auch das die eigentliche Chance: durch Paid Content lernen, wie man stärker markt- sprich leserorientiert agieren kann.

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