Laterpay: Neues Paywall-Konzept zäumt das Pferd von hinten auf

Richard Gutjahr ist vieles: Journalist beim BR, Blogger, erster iPad-Besitzer der Welt und nun auch noch das: Paywall-Bauer. Heute hat Richard Gutjahr "ein neues Bezahlmodell für Journalismus" vorgestellt, dass er gemeinsam mit dem Münchner Startup "Laterpay" entwickelt hat.

**** Update vom 21.07.2014: ****
Seit heute ist das WordPress-Plugin von Laterpay für kostenlos verfügbar und kann praktisch auf jeder Website eingesetzt werden, die mit WordPress realisiert wurde. Alle Details zum Laterpay WP-Plugin hat Daniel Hüfner bei t3n.de zusammengefasst – inklusive einer Installations-Anleitung und vielen Hintergrund-Infos.
Auch wir bemühen uns um einen baldigen Test.
****

In den nächsten Tagen und Wochen wird man die neue Paywall in der freien Wildbahn erleben können, die wichtigsten Eckpunkte des Konzepts fassen wir hier gerne schon zusammen:

  • Bezahlt wird später: Nutzer, die auf einen Laterpay-Inhalt stoßen können den Inhalt lesen/ansehen/nutzen, ohne sich registrieren und direkt bezahlen zu müssen. Die Registrierung und Bezahlung wird erst fällig, wenn fünf Euro Budget verbraucht wurden.
  • Weniger Transaktionskosten: Durch das System „später zahlen“ und das ansammeln einer Rechnungssumme werden die hohen Micro-Payment-Kosten vermieden. Fünf Euro zu zahlen ist einfach wirtschaftlicher als 10 Cent abzurechnen.
  • Vertrauen: Nutzer können Inhalte zurückgeben, wenn sie dem Nutzer nicht gefallen haben. Das klingt riskant, dürfte aber der Qualität der Inhalte nicht abträglich sein.
  • Flexibel, schnell und universell: Jeder Inhalte-Anbieter kann Laterpay einbinden – die Nutzer können also über verschiedene Plattformen hinweg mit einem Nutzerkonto einkaufen, ohne sich ständig neu registrieren zu müssen. Die Macher versprechen dazu auch einen super-einfachen Registrierungs- und Zahlungsprozess für Nutzer.
    Inhalte-Anbieter können frei wählen, welche Inhalte kostenpflichtig sein sollen. Die Preise könnten dynamisch angepasst werden.
  • Offen: Laterpay soll als Plugin für verschiedene CMS-Systeme bereitgestellt werden. Zum Start ist auf jeden Fall ein WordPress-Plugin angekündigt, worüber wir uns besonders freuen.

LaterPay - neues Paywall-Konzept von Richard Gutjahr

Alle ausführlichen Details zum Nachlesen gibt’s hier im Blog von Richard Gutjahr.

Der Ansatz „Laterpay“ klingt spannend, birgt aber natürlich auch ein paar Risiken – und beinhaltet gleichzeitig großes Vertrauen in den Nutzer, später tatsächlich zu bezahlen und nicht jeden Content zurück zu geben. Wir sind zudem gespannt, wie viele Verlage bereit sind, sich in ein gemeinsames Boot zu setzen. Bei Bloggern dürfte Laterpay sicher schnell Anklang finden.

Wir bleiben dran und werden Laterpay so schnell wie möglich testen. Und vielleicht können wir Laterpay ja auch direkt in unseren Paywall-Projekten zum Einsatz bringen?

Was denkt ihr über die das Konzept?

Alle Beiträge von Stephan

Unsere meistgelesenen Beiträge

Zwei Jahre Chromebook: Ein Erfahrungsbericht

Google Chromebook
|
Gute 25 Jahre PC-Nutzung - von Anfang an mit Windows. Dann raucht im wahrsten Sinne des Wortes mein teures und gar nicht so altes Lenovo-Notebook ab. Und ich bestelle mir einfach ein Chromebook und bin schneller weg aus der Windows-Welt, als ich es für möglich gehalten hätte. Zwei Jahre ist das nun her - und ich habe zwischendurch immer wieder über meine Erfahrungen mit dem Chromebook berichtet.