Webwissen: Google for Jobs

Wer auf der Suche nach einem neuen Job ist, hat die Qual der Wahl. Jedenfalls bei der Suche nach der richtigen Plattform, um relevante Stellenanzeigen zu finden.

Mit dem Dienst Google for Jobs, den der Internetriese unlängst in Amerika gelauncht hat, bekommen Jobsuchende nun ein mächtiges, zeitsparendes und sehr leicht zu bedienendes Tool an die Hand. Wir erklären wie es funktioniert und welche Branche mit Freude, aber auch Besorgnis auf den neuen Dienst schaut.

Was ist der Vorteil

Google for Jobs erleichtert die Suche nach geeigneten Stellenanzeigen, weil der Nutzer die Google-Suche nicht mehr verlassen muss, um Jobangebote zu finden. Er gibt einfach “Jobs in meiner Nähe” oder “Tätigkeit als…” in den Suchschlitz ein und bekommt entsprechende Ergebnisse angezeigt. Die kann er dann mit weiteren Filtern nach Position, Art der Beschäftigung, Branche und weiteren Kriterien verfeinern. Abgerundet wird das Angebot durch die Integration von Bewertungsportalen, die die Beliebtheit der Arbeitgeber anzeigen, und die Möglichkeit sich per Mail benachrichtigen zu lassen, wenn es zu den Suchkriterien neue Stellenanzeigen gibt.

Google greift bei der Suche nach Stellenanzeigen auf Jobportale, aber auch auf Webseiten von Unternehmen zurück. Duplikate, die durch die unterschiedlichen Quellen auftreten können, sortiert Google aus. Laut Google soll nur die Website mit dem umfangreichsten Stellenangebot angezeigt werden. So erspart sich der Nutzer die lästige Suche auf unterschiedlichen Seiten, egal ob Jobplattform oder Unternehmenswebseite.

Google for Jobs Demo
So sieht Google for Jobs in der amerikanischen Variante aus. Quelle: Webmasters Googleblog

Mit einem Schlag wird Google so zum größten Jobportal im Netz. Auch wenn die Kalifornier den Nutzer nach Auswahl einer Stellenanzeige auf die Ursprungsquelle führen, ist nun ein mächtiger neuer Player im Spiel. Was bedeutet das für die Medien, die traditionell für die Verbreitung von Stellenanzeigen zuständig waren und immer noch sind? Allen voran die lokalen Tageszeitungen?

Es gab Zeiten, da mussten Tageszeitungen die Anzeigen ihrer Kunden ablehnen, weil im Blatt einfach nicht mehr genug Platz war. Ermöglicht haben das zu einem beträchtlichen Teil großformatige und damit umsatzstarke Stellenanzeigen. Digitale Angebote wie Stepstone, Monster und andere haben dieses Geschäft deutlich geschmälert. Durch das Aufsetzen eigener digitaler Jobportale und der Möglichkeit den Anzeigenkunden ein crossmediales Angebot aus Print und Digital anbieten zu können, haben sich die Umsätze im Stellenmarkt aber mittlerweile stabilisiert und sind ein wichtiger Erlösfaktor.

Auf den ersten Blick geht vom neuen Google-Dienst auch keine Gefahr aus. Im Gegenteil: “Google for Jobs” verspricht Reichweitensteigerungen durch neue Nutzer und über die sogenannte “near me”-Funktion, die Jobs aus der näheren Umgebung des Suchenden zeigt, können lokale Tageszeitungsverlage sogar ganz besonders punkten.

Risiken?

Auf den ersten Blick geht vom neuen Google-Dienst auch keine Gefahr aus. Im Gegenteil: Google for Jobs verspricht Reichweitensteigerungen durch neue Nutzer und über die sogenannte “near me”-Funktion, die Jobs aus der näheren Umgebung des Suchenden zeigt, können lokale Tageszeitungsverlage sogar ganz besonders punkten.

Doch es lauern auch Gefahren. Was ist, wenn Unternehmen nun nicht mehr in Jobportalen inserieren sondern offene Stellen nur noch auf der unternehmenseigenen Webseite veröffentlichen? Google und dem Jobsuchenden ist es egal, wo er relevante Stellenanzeigen findet. Und noch gefährlicher wird es, wenn der Suchgigant die neue, komfortable Jobsuche monetarisieren möchte. Zum Beispiel mit gekauften Einträgen, ähnlich den Google AdWords. Google hatte 2016 in Deutschland laut dem Dienst statista einen Suchanteil von über 94 Prozent. Wäre es für Unternehmen dann nicht viel lukrativer in eine hohe Platzierung der eigenen Stellenanzeige bei Google zu investieren als in eine Stellenanzeige bei einem Jobportal mit weniger Jobinteressenten?

Bisher ist Google for Jobs nur in den USA nutzbar. Wann und ob der Dienst nach Deutschland kommt, ist noch unklar und hängt vermutlich vom Erfolg des Dienstes in den USA ab. Aber wenn er kommt, wird er für digitale Jobportale Fluch und Segen zugleich.

Quelle

Alle Beiträge von Christina

Unsere meistgelesenen Beiträge

Vier Jahre Chromebook: Ein Erfahrungsbericht

Google Chromebook
|
Gute 25 Jahre PC-Nutzung - von Anfang an mit Windows. Dann raucht im wahrsten Sinne des Wortes mein teures und gar nicht so altes Lenovo-Notebook ab. Und ich bestelle mir einfach ein Chromebook und bin schneller weg aus der Windows-Welt, als ich es für möglich gehalten hätte. VierJahre ist das nun her - und ich habe zwischendurch immer wieder über meine Erfahrungen mit dem Chromebook berichtet.