Die netzstrategen virtuell erleben – mit Google Business View

Vor wenigen Monaten waren wir noch begeistert von "Google in Obi" - und jetzt haben wir es selbst getan: Das Innenleben der netzstrategen lässt sich ab sofort virtuell per Google Business View bestaunen. In diesem Artikel erfahrt ihr, wie das funktioniert, warum wir unser Büro haben fotografieren lassen und was wir uns davon erhoffen.

Seit Ende 2010 kann man in Deutschland die 20 größten Städte virtuell durchwandern – mit Hilfe der so genannten Streetview-Ansicht in Google Maps. Die Aufnahmen wurden von Google-Fahrzeugen gemacht, die alle Straßenzüge abgefahren sind, um die Ansichten digital zu erfassen. Wer viel reist weiss diesen Dienst zu schätzen, fällt dir Orientierung an Orten die man schon „kennt“ doch viel leichter.

Leider hatte Google die Rechnung ohne die Deutschen gemacht, die prompt rund 250.000 Anträge stellten, um ihre Häuser verpixeln zu lassen. Damit hat Google auch die Lust an Deutschland verloren und fotografiert seit dem lieber die Galapagosinseln, die höchsten Gipfel der Welt oder aber auch die Antarktis. In Deutschland jedenfalls sind keine weiteren Aufnahmen geplant, auch die Aktualisierung der bestehenden Städte liegt auf Eis.

So weit die Vorgeschichte.

Was Google aber seit Mai 2013 in Deutschland anbietet ist die Möglichkeit, Gebäude von Innen für Streetview fotografieren zu lassen. „Google Maps Business Photos“ heisst dieser Dienst, umgangssprachlich besser bekannt als „Indoor Streetview“.
Nutzer, die sich bei Google Maps bewegen, können durch maximalen Zoom der ganz normalen Karte in die entsprechenden Gebäude springen und sich dort dann bewegen.

Die Aufnahmen können von jedem Fotografen gemacht werden, der von Google geschult und zertifiziert wurde. Damit ein Gebäude begehbar wird, müssen entlang der gewünschten Laufroute etwa alle 3 Meter Panorama-Aufnahmen gemacht werden, die später zum virtuellen Rundgang zusammengesetzt werden.

Warum das alles?
Ganz ehrlich, wir wollten es einfach mal ausprobieren. Denn wir sind der Meinung, dass die virtuellen Rundgänge für Unternehmen, speziell für den Einzelhandel, eine große Chance sind. Immer mehr Menschen informieren sich vor einem Einkauf im Internet online. Wer hier mit einer virtuellen Tour dem abendlichen Couch-Surfer Lust auf mehr machen kann, der hat einen wichtigen Schritt Richtung Conversion im Laden getan. Aber wir empfehlen unseren Kunden natürlich nur, wovon wir auch Ahnung haben – also haben wir es ausprobiert. Mit Christian Bullinger haben wir auch schnell einen Fotografen gefunden, mit dem die Zusammenarbeit viel Spaß gemacht hat.

Habt ihr keine Angst vor Einbrechern?
Einige Male wurden wir bereits gefragt, ob wir keine Angst vor Einbrüchen haben, wenn man uns einfach so besuchen kann. Nun. Unser Büro befindet sich im Erdgeschoss, wir haben große Fenster, rundherum laufen Menschen und fahren Bahnen. Wer sehen will, was es hier zu holen gibt, braucht dazu nicht Google. Ein kleiner Spaziergang genügt.
(An alle Einbrecher: Es lohnt sich übrigens wirklich nicht (mehr). Seit eure Kollegen hier waren, nehmen wir Abends alles mit nach Hause, was wertvoll ist. Ausserdem haben wir aufgerüstet, aber das bleibt Geheim!)

Warum kein anderer Anbieter?
Google ist nicht der einzige Anbieter von virtuellen Rundgängen. Aber nur bei Google erfolgt auch die Integration in Google Maps. Nutzer des Kartendienstes können also einen Rundgang machen, auch ohne die Website besuchen zu müssen. Die Reichweite steigt also enorm.

Wie kreativ kann man sein?
Wir haben versucht, in unserem virtuellen Rundgang ein paar Überraschungen einzubauen. Kleine Details, aus denen sich vielleicht irgendwann ein Suchspiel machen lässt. Kleine Details, die manche Menschen zum Schmunzeln bringen wird. Und unübersehbare Details wie ein großer QR-Code an der Wand oder eine Tafel mit Link in der Küche. Darüber wollen wir messen, wie sehr die Nutzer mit der virtuellen Tour interagieren.
Menschen müssen übrigens verpixelt werden und können also nicht wirklich gezeigt werden. Wer kreativ damit umgehen möchte, findet hier eine Anregung.

Und die Nachteile?
Natürlich gibt es auch ein paar Nachteile. Der Rundgang ist eine Momentaufnahme – und zu teuer, um in einem Ladengeschäft regelmäßig Updates zu machen, wenn man den Verkaufsraum umdekoriert hat. Hier ist es wichtig, dass Anbieter und Nutzer die Tour auch in der Tat als Momentaufnahme verstehen. Ich bekomme als Nutzer einen guten Eindruck, kann aber aus den Bildern nicht unbedingt auf die Verfügbarkeit von bestimmten Produkten schließen.
Und: Leider gibt es aktuell auch keine Statistiken über die Abrufzahlen der Rundgänge bei Google Maps. Lediglich wer die Tour auf der eigenen Website einbettet, kann die Nutzung über die Visits und die Verweildauer messen.

Wer nutzt das schon?
Obi zum Beispiel. Und hier in Karlsruhe unser lieber Kunde Michael Korb mit seinem Outletstore Kaminöfen (der natürlich schneller war als wir!). 2014 werden wir noch viele Unternehmen in Deutschland sehen, die auf den Zug aufspringen und virtuelle Rundgänge anbieten – da sind wir uns absolut sicher.

Genug geredet! Hereinspaziert!


Größere Kartenansicht

Was denkt ihr? Würdet ihr es begrüßen, wenn mehr Unternehmen solche Rundgänge anbieten würden? Was würdet ihr gerne sehen – und was lieber nicht? Und was habt ihr bei unserem Rundgang alles entdeckt?

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