Everything is a Remix and I like it!

Die digitale Welt gibt uns noch nie dagewesen Zugang zu allen möglichen Inhalten und noch dazu einen einfach zu bedienenden Editor an die Hand. So können wir mit der Vergangenheit in der Gegenwart ein bisschen Quatsch machen und trotzdem etwas lernen.

In letzter Zeit mal in so einem Marvel-Film gewesen und gedacht „Irgendwie kenn‘ ich das alles irgendwo her…“, damit liegt ihr nicht falsch: Popkultur ist im Kern modular und bedient sich aus dem reichen Fundus der menschlichen Geschichte. Was früher großen Studios und Profis vorbehalten war, die wussten wo das gefährliche Ende einer Kamera oder eines Mischpults ist, könnt ihr durch die Digitalisierung mal schnell in der S-Bahn auf eurem Smartphone leisten. Also legen wir los:

Das großartige Projekt „Everything is a Remix“ stellt euch vor, wie Musiker von anderen inspiriert oder „inspiriert“ werden und warum der Begriff des „Geniestreichs“ überbewertet ist. Film ab:

Alles klar? Dann machen wir einen Ausflug:

Der Teppich von Bayeux ist ein 68,53 Meter langes Comic, das die armen Schweine im Mittelalter noch sticken mussten, weil Marvel noch nicht erfunden war und wir von den Chinesen noch nicht durch Industriespionage das Papier klauen konnten.

Auf dem Teppich werden historische Ereignisse aus dem Hochmittelalter zu Beginn des elften Jahrhunderts dargestellt und hat für euch mit Sicherheit die selbe Relevanz, wie die Wahl zur Miss Ruhrgebiet. Doch zwei Studenten der Kunsthochschule für Medien in Köln (Björn Karnebogen und Gerd Jungbluth) haben es durch einen Editor remixbar gemacht, in dem sie alle Objekte des Teppichs freigestellt haben. Plötzlich ist das Mittelalter wieder in der Gegenwart und vor allem in der Popkultur angekommen.

Bayeux tapestry hammer time
Hammertime!

Damit könnt ihr das tun, für das George Lucas sich die Filme der Dreißiger bis in die späten Sechziger reingezogen hat und ein Heer an Cuttern, Kameraleuten, Kulissenbauern, Drehbuchautoren und am allerwichtigsten Anwälte anheuern musste: Remixen. Übrigens könnt ihr damit auch steile Präsentationen bauen. Leider ist die Bildwerkerey von Bayeux nur noch über die Wayback-Machine in einer funktionierenden Version zu erreichen, das Internet hat (noch) nicht vergessen.

Nimm das George Lucas!
Nimm das George Lucas!

Viel Spaß beim Basteln und jetzt wisst ihr warum euch die ganzen Marvel-Filme so bekannt vorkommen!

Übrigens, wir haben natürlich auch ein schönes Beispiel für Remixes und Anwendungsfälle, die wir so nicht vorhergesehen haben:

Hier ist unser Remix-Bierdeckel, der geiles Sciene-Fiction-Artwork aus den Sechzigern mit dem Zitat des Disney-Helden Buzz Lightyear kombiniert, der durch zahlreichen Weltraum-Trickserien der Achtziger und Buzz Aldrin inspiriert wurde:


Und hier könnt ihr entdecken was clevere Menschen noch an spannenden Ideen hatten.

Everything is a remix!

Grüße,

Peter

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