Der „War for Talents“ im Internet: einfache Tipps für mehr Bewerber

"Wir finden keinen Nachwuchs!" - dieser Hilferuf ist in vielen Branchen und ganz besonders im Handwerk immer wieder zu hören. Gegen einen leergefegten Bewerber-Markt können wir leider nichts machen. Aber ein paar Tipps, insbesondere für kleinere Unternehmen, hätten wir das schon auf Lager: So machen Sie Talente auf sich aufmerksam und positionieren sich auch digital als guter Arbeitgeber.

Der „War for Talents“, also der Kampf um die besten Mitarbeiter und Talente tobt in vielen Branchen – auch wir können ein Lied davon singen. Insbesondere das Handwerk hat aber oft große Probleme, Auszubildende oder Mitarbeiter zu finden. In vielen Fällen ist es schlicht ein Nachteil, dass diese Unternehmen im Internet nicht optimal aufgestellt sind, um es mal vorsichtig zu formulieren.

An dieser Stelle daher ein paar Tipps, sich im Netz optimal zu positionieren:

Tausendmal berührt – schaffen Sie viele kleine Kontakte

Der durchschnittliche deutsche Onliner (und dazu sollte dann auch ein Großteil Deiner Bewerber gehören) nutzt das Internet Dank Smartphone zwar ständig, aber auch immer nur ganz kurz. „Micromoments“ nennen wir das auf Neudeutsch und was ganz nett klingt, ist in der Realität leider ein nicht zu unterschätzendes Problem. Hat sich der Onliner früher Zeit genommen, um im Internet zu surfen und sich in Ruhe zu informieren, holen wir das Smartphone heute bei jeder Gelegenheit aus der Tasche um „kurz mal was zu googeln“. Diese Sitzungen sind meist kürzer als 60 Sekunden – wie bitte soll unter diesen Umständen Markenbildung funktionieren? Mit vielen kleinen, kurzen Kontakten.

Tanzt auf allen relevanten Hochzeiten!

Das Nutzerverhalten werden wir nicht ändern können, also müssen wir uns anpassen. Wir dürfen uns nicht einbilden, dass sich irgendein Mensch da draußen unsere Internetadresse merkt oder den großen „Kollege gesucht“-Aufklebern auf unseren Fahrzeugen Beachtung schenkt. Daher müssen wir dort hin, wo sich die Onliner ohnehin jeden Tag aufhalten: zu Facebook, Instagram, Twitter, Youtube und Co.
Aber Achtung: überlegt gut, welche sozialen Kanäle ihr bespielen wollt – und auch könnt! Dazu ist es wichtig, die Zielgruppe genau zu kennen. Azubis bei Facebook finden? Eher schwierig, denn die Kids von heute wollen ja nicht in das Netzwerk, in dem auch ihre Eltern sind. Daher sind die Jugendlichen längst weitergezogen und nutzen Netzwerke wie Instagram oder Snapchat. Wenn Du aber die Eltern ansprechen willst, macht Facebook wieder Sinn.
Egal für welches Netzwerk Du Dich entscheidest: werde dort nur aktiv, wenn Du Dich dort wohlfühlst und halbwegs verstanden hast, wie die Nutzer dort ticken. Wenn Du innerlich keinen Bock hast, suche lieber einen Mitarbeiter, der die nötige Leidenschaft für dieses Netzwerk mitbringt – und gib Verantwortung ab.

Bewerber wollen heute einen Beruf, der ihnen Spaß macht!

Spaß bei der Arbeit ist wichtiger als Geld – sagen die Bewerber mehreren Studien zufolge übereinstimmend. Cool, dann stehen die Inhalte ja für die Website & Social Media schon fest: fun, fun, fun. Bitte nicht. Achte darauf, dass Deine Kommunikation möglichst ausgewogen ist: wer als die große Fun-Company rüberkommt wird zwar mit etwas Glück viele Bewerbungen ernten, aber wie es um die Qualität der Bewerber bestellt ist, könnt ihr euch denken. Achtet also darauf, dass die Kommunikation möglichst immer auch etwas mit eurer Arbeit zu tun hat. Und wenn die hart ist, kann und soll man das auch erkennen können. Ziel ist es schließlich, ein möglichst realistisches Bild von eurer Arbeit zu zeigen.
Und bitte, teilt gute Inhalte nicht nur in den einzelnen sozialen Netzwerken. Für einen maximalen Nutzen ist Deine Website das Zuhause aller News (Neudeutsch das „Hub“), und die sozialen Netzwerke verwendet ihr, um User aktiv anzusprechen. Dazu kann es durchaus Sinn machen, auch etwas Geld in die Hand zu nehmen, um einen Post entsprechend zu promoten und eine gewisse Reichweite zu erhalten.

Suchmaschinenoptimierung: werde gut gefunden

Was für Neukunden heute entscheidend ist, ist für Bewerber nicht weniger essentiell: Dein Unternehmen muss bei Google gefunden werden, und das richtig gut. Nutze daher bitte die Möglichkeiten der Suchmaschinenoptimierung ebenso wie das Branchenbuch „Google My Business“. Der erste Eindruck ist wie so oft im Leben entscheidend – und heute entsteht dieser erste Eindruck meist digital. Wenn Du nicht gefunden wirst oder die Angaben zu Deinem Unternehmen unvollständig sind, hinterlässt das einen entsprechenden Eindruck. Anders formuliert: wer bei Google nicht oben steht, existiert für viele Menschen schlicht und ergreifend nicht.
Für’s bessere Ranking hilft Dir übrigens auch der Tipp von oben: News auf der eigenen Website zeigen Google, dass es sich lohnt, Deine Seite zu besuchen.

Stellenausschreibung: #makejoboffersgreatagain

Zuletzt noch zur Stellenausschreibung an sich: setzt bitte nicht einfach nur ein Bild eurer Print-Anzeige auf die Website. Das ist zwar bequem, Google kann den Text aber nicht lesen und euch daher auch nicht in den Suchergebnissen anzeigen. Bitte auch keine PDFs, sondern wirklich Text. Soweit zur Pflicht.
Anders als bei der Stellenausschreibung in der Tageszeitung habt ihr im Netz viel mehr Platz, um etwas über euch zu erzählen.
Hier ein paar Ideen:

  • zeigt einen persönlichen Ansprechpartner mit Bild & Kontaktdaten
  • öffnet alle Kanäle für die Kontaktaufnahme: klassisch, Online-Formular, E-Mail, WhatApp usw. Wenn ihr ein Formular nutzt: seid kreativ und stellt aktiv Fragen, die euch ein besseres Bild vom Bewerber vermitteln. So bekommt ihr wirklich aussagekräftige Informationen abseits des Geschwurbels im Anschreiben.
  • Erzählt etwas über euch: warum seid ihr gute Arbeitgeber? Was macht euch attraktiv? Lasst gerne auch Mitarbeiter zu Wort kommen, die heute schon bei euch arbeiten.
  • Bilder sagen mehr als Worte: Baut eine Bildergalerie in die Stellenausschreibung ein (gerne auch von Instagram oder Pinterest), um ein realistisches Bild eurer Arbeit und dem Team zu zeigen. Auch ein Video kann sicher nicht schaden.

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