From Zero to Hero:
Eine Einzelhändlerin geht online

Gaby Schwebe betreibt mit viel Herzblut ein kleines & feines Ladengeschäft in Karlsruhe: "el corazón". Bislang war sie komplett offline unterwegs. Gemeinsam nehmen wir das Thema Internet nun in Angriff. Begleitet Gaby auf ihrem Weg aus dem "digitalen Nichts" zum "Local Business Hero": Wir werden in diesem Beitrag über alle Schritte, Erfolge (und sicher auch Misserfolge) berichten - und so den Transformationsprozess möglichst genau dokumentieren.

Wie alles begann

Gaby in Ihrem Geschäft "el corazón" in der Karlsruher Innenstadt.
Gaby in Ihrem Geschäft „el corazón“ in der Karlsruher Innenstadt.
Gaby und ich sind uns bei einem Vortrag zum Thema „Digitalisierung im Handel“ bei der IHK Karlsruhe über den Weg gelaufen. Nach dem Vortrag haben wir uns kurz unterhalten, offenbar hatte ich sie aktiviert. Wenige Zeit später haben wir den Entschluss gefasst, ihr lokales Ladengeschäft auch im Internet sichbar werden zu lassen. Gleichzeitig haben wir beschlossen, alle ihre Schritte hier in diesem Beitrag zu dokumentieren. Das jeweils aktuelle Kapitel erkennt ihr am Pfeil – damit ihr wisst, wo ihr weiter lesen müsst! Wir freuen uns über Nachahmer und möglichst lebhafte Diskussionen unter diesem Artikel.

Wir sind noch lange nicht fertig! Wenn ihr mitbekommen möchtet, wie sich „el corazón“ im Internet weiter entwickelt, abonniert einfach unseren kostenlosen Update-Service per E-Mail:

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Die Ausgangssituation: Online unsichtbar…

Stand August 2015: Gaby ist online praktisch unsichtbar – leidglich ihre Facebook-Seite wird gefunden, wenn man nach „El Corazon Karlsruhe“ sucht. An erster Stelle der Suchergebnisse erscheint das Karlsruher Stadtmagazin INKA, das schon öfter über den Laden berichtet hat. Das große Problem: Selbst wer den Laden von Gaby kennt und folglich direkt danach suchen kann, findet weder Adresse noch Öffnungszeiten auf Anhieb. Noch düsterer ist das Bild, wenn man nach Gabys Sortiment sucht:

  • „feinkost karlsruhe“
  • „gin karlsruhe“
  • „präsentkörbe karlsruhe“

Nach diesen Begriffen suchen jeden Tag Nutzer in und um Karlsruhe – mit einer ganz konkreten Kaufabsicht. Durch den lokalen Zusatz „Karlsruhe“ in der Suchanfrage machen die Nutzer zumden ihre Absicht deutlich, im Ladengeschäft vor Ort (und nicht im Internet) einkaufen zu wollen. Diese Nutzer haben aktuell keine Chance zu erfahren, dass es Gaby und ihren Laden gibt.

…starkes Ladengeschäft

Der Laden an sich ist günstig gelegen: in der nördlichen Waldstraße (einer Nebenstraße der Karlsruhe Einkaufsmeile „Kaiserstraße“), direkt gegenüber eines Parkhauses und einer Innstadt-Filiale des Discounters Aldi:

Laufkundschaft ist also da, aktivierende Schaufenster-Reklamen wie „Gin ist in“ oder „God save the gin“ ziehen Kunden in den Laden. Regelmäßige Veranstaltungen wie Weinproben, Slow-Meat-Abende, Kaffee-Degustationen und viele weitere mehr sollen Stammkunden binden und runden das Angebot ab. (Wir würden gerne verlinken, aber… ihr wisst schon! Noch ist das nicht möglich – aber das werden wir ändern.)

Mein Fazit: In Sachen Sortiment, Marke, Veranstaltung & Location ist Gaby gut aufgestellt, online klafft ein großes Loch schlummert ein großes Potenzial.

Der erste Schritt: Google My Business

Was tun, wenn man keine Website hat und Online trotzdem gefunden werden möchte? Ein Eintrag in Branchenbücher kann helfen. Aber Branchenbuch ist nicht gleich Branchenbuch – und wer viele Einträge anlegt, muss diese auch alle pflegen. Wenn man weiss, dass Google in Deutschland einen Marktanteil von fast 95% hat liegt die Entscheidung nahe, das Google-Branchenbuch „Google My Business“ zu nutzen. Warum sollte ich ein anderes Branchenbuch nutzen und darauf hoffen, dass mein Eintrag darin bei Google auch gefunden wird? Dann lieber gleich zu Google, das ist der kürzeste und schnellste Weg. Gerade bei lokalen Suchanfragen stehen die Einträge von Google My Business immer über den regulären Treffern und damit über den anderen Branchenbüchern. Google My Business ist übrigens kostenlos.

Im Falle von Gaby haben wir am Donnerstag ihr Geschäft bei Google My Business eingetragen. Bereits am Samstag hatte sie die Freischalt-PIN in der Post, mit der man den Eintrag aktivieren muss. Am Sonntag Abend haben wir das Profil mit Hilfe der PIN verfiziert – und seit dem ist ihr Laden sofort besser sichtbar. Insgesamt 84 Mal wurde ihr Geschäft in den letzten Tagen potenziellen Kunden gezeigt. Das sind also vereinfacht gesagt 84 potenzielle Kunden die aktiv nach dem Laden gesucht haben – und die in der Vergangenheit nicht abgeholt wurden.
my-business-statistik-erste-tage

Aktuell arbeiten wir noch an der Optimierung des Eintrages. Es fehlen noch diverse Fotos und wir beobachten, ob die Schreibweise von „corazón“ ohne Accent positiv auf die Sichtbarkeit auswirkt. Schließlich dürften die wenigsten Menschen bei der Suche den Accent verwenden. Nach unseren Tests in den ersten Tagen zeigt Google den My Business Eintrag aber nur an, wenn der Name mit Accent gesucht wird – obwohl das eigentlich keine Rolle spielen sollte.

Und so sieht der Eintrag aktuell aus:

  • Anzeige des Profils in den Suchergebnissen

Der Eintrag bei Google My Business ist also dazu geeignet, schnell besser sichtbar zu werden. In diesem Fall haben wir ingesamt etwa 2 Stunden benötigt. Diese Zeit ist auf jeden Fall gut investiert.

Der zweite Schritt: eine Internetadresse für el corazón

In den nächsten Monaten werden wir eine Internet-Seite für den Feinkost-Laden „el corazón“ aufbauen. Wir werden ganz schlicht und einfach starten und die Seite dann nach und nach erweitern. Im ersten Schritt mussten wir eine Internetadresse finden, die verschiedenen Anforderungen genügt.
Von

el-corazon-karlsruhe.de

haben wir uns schnell verabschiedet: zu sperrig, zu schwer zu tippen, zu unspezifisch und nur vor allem an Nutzer gerichtet, die das Geschäft schon kennen und wissen, wonach sie suchen müssen. Daher haben wir etwas abstrakter gesucht – und sind bei

feinkost-karlsruhe.de

gelandet. Die Internetadresse war natürlich schon vergeben – stand aber zum Verkauf. Der Apfel war zwar sauer, in den wir da beissen mussten, dafür haben wir eine Adresse, die auch in Sachen Suchmaschinen-Optimierung einen Beitrag leistet, weil sie zwei für uns wichtige Keywords enthält: Feinkost & Karlsruhe. Vor dem Kauf haben wir noch weitere Optionen durchgespielt und Google Trends sowie den Keyword-Planner von Google Adwords befragt, um mehr zu den Suchvolumina der einzelnen Begriffe zu erfahren. Neben feinkost-karlsruhe.de haben wir uns daher auch noch gin-karlsruhe.de gesichert, da auch hier eine gewisse Nachfrage herrscht. Diese zweite Domain liegt zwar aktuell noch nicht im Fokus unserer Aktivität. Sobald wir eine Website haben, werden wir sie einfach weiter leiten. Später wird daraus vielleicht mal eine eigene Nischen-Website, wer weiss? Zumindest haben wir uns diese Option gesichert – bei Kosten von rund 10 Euro im Jahr hat man lieber eine Internetadresse zu viel als zu wenig.

Nachtrag: Und fast hätten wir doch tatsächlich vergessen, uns auch die feinkostkarlsruhe.de zu sichern. Haben wir nachgeholt. Unserer Meinung nach ist es immer sinnvoll, alle Schreibweisen (nahe Verwandte und ggf. auch falsche Schreibweisen) einer Internet-Adresse zu besitzen. Wer weiss schon, wer sich sonst diese Adressen schnappt, und was damit dann passiert?

In die Auswahl der passenden Domain sollte man also etwas Zeit und Energie stecken und unbedingt aus Nutzer-Sicht denken: Wonach suchen diejenigen Menschen, die ich zu Kunden machen möchte? Um zu prüfen, ob eine Internet-Adresse noch frei ist, besucht man im Falle von .de-Adressen am besten die DENIC. Dort kann man die Wunsch-Adresse eintippen und erfährt dann, ob diese noch frei ist. Bereits vergebene Adressen einfach mal aufrufen – vielleicht hat man ja Glück und die Adresse wird nicht aktiv verwendet und der Besitzer ist bereit, sie zu verkaufen.

Wichtig ist auch: Auch wenn ihr mehrere Internetadressen für euer Geschäft besitzt: macht nur eine Adresse zur Haupt-Adresse (die, die ihr auch kommuniziert, unter der ihr Mailadressen anlegt usw.) und leitet die anderen Adressen lediglich weiter (und erwähnt sie nicht weiter). Ist eure Internetseite über alle eure Adressen gleichermaßen erreichbar (also keine Weiterleitung), dann wertet Google das als doppelten Inhalte – und ihr wertet eure Seite(n) damit unnötig selbst ab. Und Nutzer sind ohnehin verwirrt, wenn ein Unternehmen mit mehreren wirbt. Für Nutzer/Kunde ist es schon schwer genug, sich eine einzige Adresse zu merken…

Die eigene Website – der Anfang

Diese Woche haben wir (Gaby, ihre Grafikerin Heike, unser SEO-Gott Dominik und ich) uns zusammen gesetzt, um das weitere Vorgehen in Sachen Website zu besprechen. Uns ist es wichtig, schnell eine erste Version der neuen Website ins Netz zu bringen – die sicher noch nicht perfekt sein wird. Aber in diesem Fall gilt: „Sichtbar ist besser als perfekt“.
Wir haben uns auf diese Strategie verständigt: So schnell wie möglich starten wir mit einer einfachen Website, die dann im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut und mit Leben gefüllt wird. Mit diesem Vorgehen und einem soliden Tracking (mit Google Analytics) können wir von Anfang an das Nutzerverhalten im Auge behalten und uns beim Ausbau der Website an den Wünschen der Kunden orientieren.

Als CMS (Content Management System) wird WordPress zum Einsatz kommen – weil es unheimlich flexibel und auch für Laien nach kurzer Einlern-Phase gut zu bedienen ist. Schließlich soll Gaby ihre Website so gut es geht selbst zu Leben erwecken. Das ist authentischer und ehrlicher, als wenn wer auch immer Inhalte erstellt.

Zu WordPress ein aktuelles Zitat einer Kundin aus einem anderen Projekt:

„Das war richtig geil mit WordPress, das muss ich gleich als erstes sagen! Das ist so ein Unterschied, mit etwas zu arbeiten, was einfach und intuitiv funktioniert und man sofort ein Ergebnis sieht. Und außerdem sieht es einfach so gut aus!“

Genau das ist die Reaktion, die wir sehen wollen. Denn wenn die Menschen, die die Website pflegen sollen auch noch Spaß daran haben, wird man es der Website anmerken. Und Seiten die Nutzer gut finden, findet auch Google gut.

Gleichzeitig halten wir uns mit WordPress alle Optionen offen, später aus der Website beispielsweis einen CrossCommerce- oder Online-Shop zu machen. Wer weiss heute schon, wo wir in zwei Jahren stehen? Sollte der Online-Shop dann eine Anforderung sein wäre es ärgerlich, alles bis dahin Aufgebaute in ein anderes System umzuiehen zu müssen.

Um schneller vom Fleck zu kommen, werden wir zum Start ein gekauftes Design einsetzen, das wir mit Heikes Unterstützung auf Gabys Geschäft anpassen. Gekaufte Designs sind immer mit Vorsicht zu genießen – insbesondere haben diese oft Performance-Probleme (langsame Ladezeiten), was Google bestraft. Aber wie gesagt: Lieber schnell mit einer ersten Website online, als in einem Jahr perfekt.

Im Termin haben wir uns auch über die Navigationsstruktur Gedanken gemacht und gemeinsam in einem Google Doc eine erste Struktur überlegt, die die Inhalte für Nutzer und Google sauber abgrenzen soll. Ich weiss, ich wiederhole mich: Wir wollen dem Kunden ein gutes Nutzungserlebnis bescheren und gleichzeitig Google happy machen.

Im Gegensatz zu den bisherigen Offline-Maßnahmen von Gaby haben wir im Internet die Chance, wesentlich flexibler und experimentierfreudiger zu sein. Nichts ist in Stein gemeisselt, wir können einfach testen und auch spontan Dinge umstellen – ohne Großbaustellen zu provozieren.

Kurz vorm Stapellauf: Die Website entsteht

(Update vom 20.11.2015 – ab sofort kommen alle Updates mit Datum.)

Nun hat doch alles etwas länger gedauert, als gedacht. Auch das ist übrigens typisch, bei solchen Projekten! Egal welchen Zeitplan man sich überlegt – in der Realität sieht es meist anders aus. In unserem Fall sind verschiedene Punkte zusammen gekommen, die man meist bei Projektplänen nicht berücksichtigt – unter anderem ein längerer Ausfall wegen Krankheit. Wer wie Gaby dazu jeden Tag selbst im Geschäft steht verfährt natürlich nach einem ganz einfachen Prinzip: der Kunde im Laden geht vor – und auch der Laden an sich geht vor. Was bringt eine tolle Website, wenn im Laden zu wenige oder die falschen Produkte stehen und niemand, der etwas verkauft? Daher unsere Empfehlung: nehmt euch nicht zu viel vor, geht lieber kleine Schritte und lasst euch nicht entmutigen, wenn Dinge etwas länger dauern. Wichtig ist vor allem, dass ihr trotzdem dran bleibt und euch immer wieder kurze Freiräume schafft, um für eure Online-Präsenz arbeiten zu können.

Aktuell arbeiten wir fleissig an der Website. Die ersten Inhalte sind erstellt und eingepflegt, wir haben eine Bildsprache entwickelt und die ersten Fotos geschossen, die ebenfalls direkt auf der Internetseite integriert werden. Unser Ziel ist es, die neue Internet-Seite noch bis Ende November live zu haben, damit wir das Weihnachtsgeschäft im Dezember noch mitnehmen können. Das ist leider schon ziemlich spät für Gabys Geschäftskunden, die Caterings & Präsente bei ihr buchen können. Bei den Endkunden/Verbrauchern hat Gaby aber das perfekte Sortiment für all diejenigen, die zwei Tage vor Weihnachten noch nicht wissen, was sie schenken sollen.

Heute auch noch ein kleines Update zu Google My Business:

Inzwischen zeigt sich, wie wichtig ein Eintrag bei Google My Business war. Der kleine Feinkostladen von Gaby wurde nämlich in den letzen 30 Tagen knapp 1.000 Mal in den Suchergebnissen bei Google angezeigt! Die hinterlegten Fotos wurden fast 900 Mal angesehen. Dieses Suchvolumen hat Gaby in der Vergangenheit schlicht und einfach verpasst.
Google My Business Statistik
Wir müssen uns nochmal vor Augen halten: Das ist Nachfrage, die da draussen einfach da ist – und die heute einfach bei Google stattfindet und nicht mehr in anderen Medien. Wenn Nutzer eine Anschaffung planen, suchen sie zunächst im Internet – auch, wenn der Kauf im Ladengeschäft stattfinden soll. Die Gefahr, solche Kunden an Onlineshops zu verlieren ist aber natürlich sehr groß, wenn der kleine Laden um die Ecke bei Google nicht sichtbar ist.

Content, Content, Content

(Update vom 01.12.2015)
Am Donnerstag soll die Website von Gaby endlich ins Netz starten. Aktuell pflegen wir noch Inhalte, bauen Formulare und binden Bilder ein. Bei all dem gilt: Die Seite soll eine Hanschrift erhalten, die die digitale und reale Welt verbindet. Das haben wir übrigens auch wörtlich genommen und werden tatsächlich für Überschriften und Zitate eine Handschrift verwenden. Viel wichtiger als dieses Detail ist aber ist aber die Bildsprache sowie die der Inhalt „zwischen den Zeilen“. Das alles muss authentisch wirken. Wer die Website besucht und später hoffentlich im Ladengeschäft landet, der soll ein Gefühl von Vertrautheit spüren, sobald er den Laden betritt. Das kann gelingen, indem wir alle Bilder vort Ort im Laden machen – hier ein Beispiel:
Klare Bildsprache

Fotos wie dieses kann Gaby jederzeit selbst im Laden schießen – ohne Profi-Equipment und ohne Studio. Am Ende wird jedes einzelne Bild selbst gemacht sein – kein einziges Foto wird vom Hersteller übernommen. Das ist übrigens auch wichtig, weil immer mehr Nutzer (gerade wenn es um die Anschaffung von Livestyle oder Luxus-Gütern geht) die Bildersuche von Google verwenden und nicht die klassische Suche. Daher ist es besonders wichtig, nicht die gleichen Bilder wie alle anderen Händler zu verwenden – denn: Google zeigt in den Bilder-Ergebnissen nicht 20 Mal das selbe Bild an, sondern möchte dem Nutzer eine große Vielfalt anbieten. Mit guten und selbst gemachten Bildern lassen sich also auch Besucher auf eine Website ziehen. Wie gut das funtionieren wird wissen wir heute noch nicht, aber wir werden berichten!

Online, Baby!

(Update vom 10.12.2015)
Am vergangenen Donnerstag ist der Feinkostladen nun endlich wie geplant online gegangen: feinkost-karlsruhe.de. Oben habe ich schon viel geschrieben über die Strategie in Sachen Content und unser Konzept, möglichst schnell online zu gehen – auch, wenn noch nicht alles perfekt ist.

Hinter den Kulissen eines Livegangs passiert aber noch viel mehr – und das möchte ich mal in Stichpunken auflisten:

  • Anmeldung bei der Google Search Console – damit wir sofort sehen, wie Google die Seite versteht und indiziert, zu welchen Keywords wir in welcher Position in der Google-Suche gefunden werden usw.
  • Anlegen einer XML Sitemap – und Eintragung in der Search Console, damit Google die Seite möglichst schnell kennen lernt.
  • Anmeldung bei Google Analytics – damit wir von der ersten Minute an das Verhalten der Besucher auf der Seite analysieren können.
  • Eintragung der URL (und des Impressums) bei Facebook, Google+, Google My Business usw., damit die Internetadresse bekannt wird.
  • Start einer begleitenden Adwords-Kampagne für Produkte und Angebote, mit denen wir nicht von Anfang an gut gefunden werden.
  • Optimierung der Ladezeiten – den Nutzer und Google lieben schnelle Websites
  • …und viele Details mehr, die hinter den Kulissen passieren, aber enorm wichtig sind.

Ich werde in den nächsten Beiträgen noch genauer auf die einzelnen Maßnahmen eingehen und euch Reports und Statistiken zeigen und erklären, was wir mit diesen Daten anfangen. Bleibt also dran!

Wir rocken das Weihnachtsgeschäft digital

(Update vom 18.12.2015)

Gestern Abend bei „Betrunken Gutes Tun 2015“ hatte ich die Gelegenheit, bei Glühwein und Eintopf kurz mit Gaby über das Weihnachtsgeschäft zu sprechen. Nach einem schleppenden Start hat das Geschäft wohl seit Bestehen der Website deutlich angezogen. „Gut“, konnte man jetzt denken, „Weihnachten steht halt vor der Tür und die Leute kaufen halt jetzt ein.“ Das ist sicherlich richtig – aber um den Erfolg oder zumindest den Beitrag der Web-Strategie zum Erfolg zu prüfen gibt es zwei gute Möglichkeiten:

  1. Die Kunden befragen – und das macht Gaby, wenn neue Kunden zu ihr in den Laden kommen. Auf die Fragen „Wie sind Sie auf mich aufmerksam geworden?“ kommt immer häufiger die Antwort „über das Internet“. Oder noch präziser: „Ich habe nach „Rum Karlsruhe“ gegoogelt und da habe ich Sie gefunden.“ Ein Traum!
  2. Die Zahlen befragen – das machen wir für Gaby. Wie oben schon erwähnt nutzen wir Google Analytics auf der Internetseite. Seit dem Start waren immerhin schon gut 400 Besucher auf der Internetseite! Diese bleiben rund 2,5 Minuten und machen über 4 Klicks. Gute Werte für eine kleine Website. Google hat die Seite Dank der unterstützenden Maßnahmen sehr schnell in den Index aufgenommen, so dass die Suchmaschine nach einer Woche „Kennenlernen“ schon 56% der Besucher beisteuert. Den Rest besorgen vor allem die bezahlten Google Adwords, die wir parallel geschaltet haben. Hier haben wir aus 1.700 Impressionen 170 Klicks generiert, was einer super-guten Klickrate von 10% entspricht.

Wenn man bedenkt, dass wir erst im Sommer gestartet sind, sind diese schnellen Erfolge schon sehr beachtlich. Vor allem motivieren sie uns zum weitermachen. Es zeigt sich, dass gute Vorbereitung und ein solides Reporting eine wichtige Basis für die erfolgreiche Digitalstrategie eines lokalen Einzelhändlers sind. Wir können jederzeit aus den Zahlen ablesen, wie gut wir unterwegs sind – und Gaby spürt es jeden Tag im Laden.

Google Adwords für kleine Einzelhändler

(Update vom 20.01.2016)
Wie schon im letzten Update geschrieben, nutzen wir insbesondere Google Adwords, um Gaby im Stadtgebiet von Karlsruhe bekannt zu machen. Dazu schalten wir Anzeigen immer dann, wenn ein Nutzer nach einem Produkt aus Gabys Sortiment sucht.

Aktuell zahlen wir für einen Klick im Durchschnitt 28 Cent an Google – und bekommen dafür einen Nutzer, der in Karlsruhe aktiv nach einem Produkt sucht, das Gaby im Regal stehen hat. Durch relevantere Anzeigentexte haben wir es zudem geschafft, die Klickrate von 10% im Dezember auf 17,6% zu steigern. Ab sofort versuchen wir auch noch genauer herauszufinden, wie viele Nutzer dann wirklich bei Gaby im Laden laden. Dazu messen wir, wie viele Nutzer die Anfahrt-Seite ansehen, ein Kontakt-Formular ausfüllen, den Newsletter bestellen usw.. So können wir besser beurteilen, welche Keywords und welche Anzeigen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Laden-Besuchern konvertieren.

Die letzten 30 Tage im Adwords-Konto von Gaby (Januar 2016)
Die letzten 30 Tage im Adwords-Konto von Gaby (Januar 2016)

Organisch, also bei den nicht bezahlten Suchergebnissen bei Google, stehen wir übrigens noch nicht sonderlich gut da. Zum Einen haben wir noch viel zu wenig Content – und den leider auch noch nicht in einer optimalen Struktur. Unser mittelfristiges Ziel muss es sein, für jedes Produkt eine eigene Seite zu schaffen. Heute arbeiten wir noch mit Sammelseiten, auf denen wir zum Beispiel alle Gin-Sorten vorstellen. Wenn jemand aber bei Google nach einer ganz bestimmten Sorte Gin sucht, würde Google ihn viel lieber auf eine Landeseite/Produktseite schicken, die sich eben nur um dieses ein Produkt dreht.

Bis wir so weit sind freuen wir uns, dass wir bei Adwords sehr hochwertigen Traffic für wenig Geld bekommen und auch der Eintrag bei Google My Business nachweislich Traffic bringt:

10.000 Mal angezeigt in 30 Tagen. Bemerkenswert auch der Peak am 23.12.: Last-Minute-Christmas-Shopping steigert die Nachfrage enorm, Gaby hat das passende Sortiment für Kurzentschlossene.
10.000 Mal angezeigt seit Bestehen, über 2.000 Mal allein in den letzten 30 Tagen. Bemerkenswert auch der Peak am 23.12.: Last-Minute-Christmas-Shopping steigert die Nachfrage enorm, Gaby hat das passende Sortiment für Kurzentschlossene.

Falls ihr euch intensiver mit dem Aufbau der Suchergebnis-Seiten (SERP) beschäftigen möchtet empfehle ich euch den Webwissen-Artikel von Dominik zum Thema „SERPs“.

weiterlesen

Der erste Newsletter

(Update vom 24.02.2016)

Die ersten Tastings im Jahr 2016 stehen an (im ersten Termin kann man den wunderbaren neuen Gin „Breaks“ aus Karlsruhe probieren, das nur als Randnotiz) und zu dieser Gelegenheit haben wir den ersten Newsleter über Mailchimp versendet. Gaby hat alle Mailadressen ihrer Bestandskunden mit Werbeerlaubnis zusammengetragen und bereinigt, zudem haben wir die Newsletter-Anmeldungen über die Website in den Verteiler einfließen lassen. Insgesamt sind so immerhin knapp 350 Adressen zusammen gekommen – 20 davon waren Anmeldungen über die Website. Da sieht man, dass eine Anmelde-Formular zum Newsletter auf einer Website zwar schön ist, richtig gut funktioniert aber die Sammlung von Adressen im Laden. Auf der Website haben wir darauf geachtet, den Nutzern zu sagen, was sie denn im Newsletter erwartet. Niemand meldet sich gerne zu einem Newsletter an wenn man nicht weiss, was man bekommt.

Der Newsletter hatte seit gestern Mittag eine Öffnungsrate von knapp über 40%, was ziemlich gut ist. Aus Erfahrung wird die Öffnungsrate im Laufe der Zeit schlechter, je mehr Newsletter man versendet. Daher wollen wir es bei wenigen, dafür aber gehaltvollen Newslettern belassen. Geklickt haben nur etwa 2,5% der Leser – es gab aber auch wenig Grund zu klicken. Wir haben über die anstehende Veranstaltung und eine Neuheit im Sortiment informiert. Beides liefert dem Leser keinen großen Klick-Anreiz. Erfreulich: nur zwei Leser haben sich aus dem Newsletter-Verteiler abgemeldet.

Mailchimp haben wir übrigens direkt mit der Website verdrahtet, damit Newsletter-Anmeldungen automatisch dem Verteiler hinzugefügt werden. So hat Gaby möglichst wenig Arbeit mit ihrem Verteiler und dem Pflegen der Adressen.
Mailchimp ist auch deshalb für kleine Händler sehr spannend, weil der Versand kostenlos ist, solange man nicht mehr als 2.000 Mailadressen im Verteiler hat und solange man nicht mehr als 12.000 E-Mail-Newsletter im Monat versendet.

Alle Beiträge von Stephan

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