E-Learning Management System und wenn ja, wie viele?

Dem Begriff LMS begegnet jeder, der sich mit dem Thema Lernplattform oder E-Learning beschäftigt. “Ohne LMS kein E-Learning.” Nur Marketing oder Realität?

Was ist ein LMS?

Ein LMS dient zur Verwaltung, Aufbereitung und Strukturierung von Inhalten – ganz ähnlich wie sein großer Bruder das Content Management System. Mit dem Unterschied, dass es als Verwaltungssoftware für elektronische Lerninhalte auf eine Nische fokussiert ist. Die Funktionen der Systeme reichen von einfacher Wissensvermittlung durch Text und Bild, über Video basiertes Lernen, bis hin zu interaktivem und spielbasiertem Lernen. Entsprechend unterschiedlich sehen auch die Kostenstrukturen aus.

Wer hat die Lösung?

Es gibt auf dem internationalen E-Learning Markt aktuell rund 1200 Anbieter und alle stellen unterschiedliche Produkte mit unterschiedlichen Funktionen und Möglichkeiten bereit. Es gibt für jedes Budget ein passendes LMS, jedoch ist günstig nicht immer gut und teuer nicht unbedingt besser. Die Idee einer Akademie oder einer Internen Weiterbildungsplattform gewinnt in vielen Wirtschaftsbereichen immer mehr Zuspruch und das mit Recht: Unternehmen entdecken endlich, dass die Weiterbildung und Entwicklung ihrer Mitarbeiter in einer immer schnelllebigeren digitalen Welt wichtig ist. Der Griff zu einer Softwarelösung liegt nahe, um für die eigenen Lerninhalte auch die Vorteile des Netzes zu nutzen.

Wie also findet man die passende Software?

Bevor man sich in den Dschungel der zahlreichen Anbieter begibt, solltet Ihr eine klare Vorstellung eurer persönlichen Anforderungen haben. Ohne klare Anforderungen lauft Ihr schnell Gefahr den Blick für das Wesentliche zu verlieren und am Ende mit einem LMS für tausende Euro dazustehen, das das Projekt E-Learning trotzdem scheitern lässt.

Fragen, mit denen man sich vorher beschäftigen sollte:

  • Wer ist meine Zielgruppe?
  • Woher kommen die Inhalte?
  • Wie sieht die Struktur der Inhalte aus?
  • Welche Funktionen werden benötigt, um den Inhalt nachhaltig zu vermitteln?
  • Sollen die Inhalte öffentlich zugänglich sein oder nur intern?
  • Auf welchen Endgeräten soll das Lernen ermöglicht werden?
  • Sollen mehrere Sprachen angeboten werden?

Inhalt, Inhalt, Inhalt

Von zentraler Bedeutung sind die Inhalte und ihr Verwaltungssystem. Das Erstellen und Aufbereiten ist die eigentliche Herausforderung, denn das ist der zeitaufwändigste und alles entscheidende Punkt. Bei schlechten Inhalten hilft auch die beste Software nichts. Erst wenn Konzept, Inhalte und Zielgruppendefinition stehen, solltet ihr euch mit den Funktionsanforderungen, Formaten und entsprechenden LMS-Lösungen auseinandersetzten.

Entscheidungskriterien

Wenn Ihr einen Anforderungskatalog anhand von Konzept und Zielgruppe erstellt, werden sich wenige Anbieter automatisch in den Vordergrund schieben. Viele bieten Demos an und sind auf Messen (z. B. LearnTec in Karlsruhe) vertreten. Auf was ihr unbedingt achten solltet, ist dass die Lösung des Anbieters kontinuierlich weiterentwicklelt wird, denn eine Lernplattform sollte mit ihren Inhalten und euren Anforderungen wachsen.

Fazit:

Eine Weiterbildungsplattform aufzubauen ist, ob intern oder öffentlich, nie ein kleines Projekt, daher solltet Ihr der Aufgabe mit entsprechender Umsicht begegnen. Denn dieses Thema wird zu oft unterschätzt und scheitert aufgrund fehlender Planung und Koordination noch vor der Umsetzung. Ein Learning Management System einzusetzten ist sinnvoll sobald es um mehr als einige vereinzelte Weiterbildungen geht. Was Ihr immer im Hinterkopf behalten solltet ist, dass ein softwarebasierte LMS nicht die Voraussetzung für eine Weiterbildungsplattform ist, sondern lediglich ein Tool zur Umsetzung. Prüft also genau, ob eure Lösung in diesem Bereich liegt.

Habt Ihr Fragen zum Thema LMS oder E-Learning? Nutzt die Kommentarfunktion oder kontaktiert mich gerne auch direkt.

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