E-Learning im Wandel – LearnTec 2016 in Karsruhe

Digital lernen, weiterbilden, ausbilden und all das mit System. Die LearnTec steht dieses Jahr im Zeichen der Interaktion mit Lerninhalten - bloß pauken war gestern.

Ein Strategen-Bericht von der LearnTec 2016 in Karlsruhe.

Anbieter von E-Learning Lösungen präsentieren sich auf der Messe und werben mit Referenzkunden, wie der Deutschen Bahn, die für Führungskräfte eine E-Learning Plattform aufgesetzt hat. Der Fokus der Messe sind Managementsysteme rund um das Thema E-Learning. Doch auch visionäre Ideen werden vorgestellt: So sind Ideen wie durch Virtual Reality gestütztes Lernen oder virtuelle Klassenräume bereits im Einsatz, was vor einigen Jahren noch Zukunftsmusik war.

Vor allem in Schulen und Universitäten erhält E-Learning immer mehr Zuspruch und wird mittels freier Plattformen umgesetzt. Man gewinnt, aufgrund der vielen Plattformanbieter schnell den Eindruck, dass die Software der Schlüssel zu erfolgreichem E-Learning ist. Doch die zahlreichen Fachvorträge in den Messeforen machen schnell klar, dass Content das eigentlich Entscheidende ist. Dort werden abgeschlossene Projekte vorgestellt, Probleme und Hürden aufgezeigt und natürlich die Werbetrommel in eigener Sache gerührt, damit es zur nächsten Messe auch neue Projekte gibt, die man vorstellen kann. Anbieter von Video-Soft- und Hardware und anderen unterstützenden Tools rahmen das Kernthema E-Learning ein und führen so zu knapp 200 Ausstellern in Halle 1 der Messe Karlsruhe.

Die zentralen Themen des E-Leanrning auf der LearnTec 2016
Die zentralen Themen des E-Leanrning auf der LearnTec 2016
Ein Themenbereich ist jedoch auf der Messe nur spärlich vertreten. Gamification wird in der Branche zwar heiß diskutiert, doch es waren nur wenige Unternehmen vor Ort, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben. Dass das Thema jedoch noch enormes Wachstumspotential hat, merkt man daran, dass fast alle Anbieter das Buzzword in Ihre Plakate und Banner integriert haben.

Kritische Töne gab es zu überdimensionierten Softwarelösungen, fehlenden Konzepten und schlechter Projektorganisation, was sich allerdings auf jede andere Branche fast eins zu eins übertragen lässt. Ein Trend ist an den Ausstellern und Vorträgen klar abzuleiten: Immer mehr Unternehmen wagen den Schritt sich mit dem E-Learning auseinander zu setzten. Die Präsenzschulungen und Veranstaltungen werden dadurch nicht abgelöst sondern mit digitaler Vor- und Nachbereitung ergänzt. So wird ein einheitlicher und prüfbarer Wissenstand geschaffen, was den Lernerfolg deutlich steigert und gleichzeitig die Kosten für Präsenztrainings senkt, da auch mit kurzen Terminen viel erreicht werden kann. Das besonders interessante Konzept „Blended Learning“ ist weiter auf dem Vormarsch und zeigt hohes Ausbaupotenzial, da es viele existierende Lernmethoden, wie Rollenspiel oder Peer-Review, digital miteinander verbindet. Technisch sind die Ideen noch lange nicht ausgeschöpft, was ganz klar zeigt, gerade im Bereich E-Learning gibt es noch eine Menge zu lernen.

Alle Beiträge von Andreas

Unsere meistgelesenen Beiträge

Zwei Jahre Chromebook: Ein Erfahrungsbericht

Google Chromebook
|
Gute 25 Jahre PC-Nutzung - von Anfang an mit Windows. Dann raucht im wahrsten Sinne des Wortes mein teures und gar nicht so altes Lenovo-Notebook ab. Und ich bestelle mir einfach ein Chromebook und bin schneller weg aus der Windows-Welt, als ich es für möglich gehalten hätte. Zwei Jahre ist das nun her - und ich habe zwischendurch immer wieder über meine Erfahrungen mit dem Chromebook berichtet.