WebWissen: Crowdfunding

In unserem neuen Format "WebWissen" erklären wir Begriffe aus der digitalen Welt. Wir geben Tipps und erläutern im Detail vermeintlich logische Schlagwörter, damit ein jeder bei Bedarf seine digitalen Wissenslücken schließen kann. Heute: Crowdfunding

Fundraising, Crowdsourcing, Crowdfunding
– und was ist da jetzt was?

Fundraising ist der Oberbegriff und setzt sich zusammen aus dem Englischen „fund“ (Geld, Kapital) und „to raise“ (etwas aufbringen) und beschreibt die Beschaffung von Kapital über Spenden.
Crowdsourcing ist eine besondere Art des Fundraising, bei der eine Gruppe an Einzelpersonen ein großes gemeinsames Projekt realisiert. Dieses Phänomen wird auch als „Instanz der kollektiven Intelligenz“ beschrieben.
Crowdfunding ist wiederrum eine Art des Crowdsourcing und findet Online statt. Dabei besteht die Herausforderung in der Herstellung des Kontaktes zwischen den Spendern und den Projektorganisatoren. Crowdfunding Plattformen übernehmen hier die Rolle der Schnittstelle.


Crowdfunding also
– und wie funktioniert das?

Phase 1 umfasst die Entwicklung des Projektes in einer kurzen und aussagekräftigen Beschreibungung und die Veröffentlichung auf einer Crowdfunding Plattform. Dabei wird die Angabe von Projektnamen, Projektbeschreibung, Zielbudget, Zieldatum und eventueller Gegenleistung vorausgesetzt.
Phase 2 startet nach dem Einstellen des Projektes. Diese Finanzierungsphase ist entscheidend für das Gelingen des Projektes. Hierbei ist das Marketing für das Projekt von großer Bedeutung, da nur wenige Personen direkt auf den Plattformen nach Projekten suchen. Besonders auf sozialen Netzwerken können Crowdfunding Projekte beworben werden.
Phase 3 beginnt nach Erreichen des Endzeitpunktes und beinhaltet die Entscheidung, ob das Projekt finanziert werden kann. Wird bis zum angegebenen Datum nicht die gesamte Zielsumme erreicht, wird das Projekt nicht finanziert. Es herrscht das Alles-oder-Nichts-Prinzip. Kommt mehr Geld zusammen als vorher kalkuliert, erhält der Projektleiter dennoch den gesamten Betrag.


Projekte, Plattformen, Vermarktung
– und was mache ich jetzt?

1) VisionBakery oder Startnext als Plattform wählen
Diese haben die höchste Erfolgsquote und den größten Bekanntheitsgrad in Deutschland
2) Die Projektbeschreibung kurz und prägnant formulieren
Die Beschreibung soll maximal 4000 Zeichen aufweisen um mögliche Spender nicht abzuschrecken. Folgende Fragen sollen geklärt werden: „Worum geht es in diesem Projekt?“,„Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?“, „Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?“, „Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung“ und „Wer steht hinter dem Projekt?“
3) Ein Pitch-Video erstellen
Die Erfolgsquote bei Projekten mit Video beträgt 54%, ohne Video lediglich bei 39% (Strickler: The Importance Of Video).
Außer der Vorstellung des Projektes sollen auch die Initiatoren vorgestellt werden, um Bindung zu schaffen und Vertrauen zu den Unterstützern herzustellen. Das Video außerdem auf YouTube veröffentlichen um eine Verbreitung zu erleichtern.
4) Prämien als Gegenleistung anbieten
Es werden 35% der Projekte ohne Prämie unter 20€ Spendenwert und 54% der Projekte mit Prämie unter 20€ Spendenwert erfolgreich finanziert (Taylor: A Successful Crowdsourcing Project).
Besonders Gegenleistungen, die nicht käuflich zu erwerben sind, wecken Interesse und motivieren zur Spende. Auch eine Staffelung der Prämien für unterschiedliche Spendenhöhen bewegt häufig zur Wahl der nächst höheren Summe. Dabei sollte der empfundene Wert der Prämie der Höhe des gespendeten Betrags entsprechen.
5) Kampagne am Wochenanfang starten
Am meisten Aussicht auf Erfolg hat eine Kampagne bei Start am Wochenanfang. Montag und Dienstag ist die Bereitschaft der Spender am höchsten Geld in Crowdfunding Projekte zu investieren.
6) Familie und Freunde um Starthilfe bitten
Ist das Projekt neu eingestellt, wird es ausschließlich anhand der gegebenen Informationen bewertet. Nach einigen Tagen Laufzeit kommt hierzu die Bewertung des bisherigen Verlaufs der Kampagne. Ist nach den ersten Tagen nur ein geringer Teil der Zielsumme erreicht, hat dies einen negativen Effekt auf den weiteren Verlauf der Kampagne und mindert die Erfolgschancen enorm.
7) Facebook-Seite für das Projekt erstellen
Die Verbreitung des Projekts vor allem über soziale Netzwerke erhöht die Erfolgschancen über die gesamte Laufzeit

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