Eine Shoplösung aus der Cloud – welche ist die beste Wahl?

Für eines unserer Projekte haben wir nach einer empfehlenswerten Shoplösung aus der Cloud recherchiert. Die Ergebnisse davon wollen wir heute mit euch teilen.

Unsere Empfehlung lautet wie ihr möglicherweise bereits wisst, erstmal zu prüfen, ob bzw. auf welche Weise, es sich lohnt den Traum vom eigenen Shop auch wirklich zu erfüllen. Bei dieser Prüfung werden die (sinnvollen) Alternativen wie z.B. Shopless Commerce näher angeschaut. Fällt die Entscheidung zugunsten des E-Commerce, stellt sich gleich die Frage, mit welcher Shoplösung das Projekt am besten umzusetzen ist. Insbesondere bei den nicht sehr umfangreichen Shops ziehen wir in letzter Zeit immer öfter einen Cloud-Shop in Erwägung.

Eine Cloud-Lösung lohnt sich insbesondere dann, wenn man für ein überschaubares Budget die angebotenen Feature nutzen kann und sich nicht um die Updates, Wartung oder die Anpassungen des Shops bei neuen rechtlichen Anforderungen kümmern kann / möchte. Doch die Auswahl ist leider nicht wirklich groß bzw. wenn man genauer hinschaut, muss der Nutzer entweder bei den Features Abstriche machen oder aber bei der Handhabung oder rudimentären Möglichkeiten.

Kriterien

Eines der wichtigsten Kriterien hier in Deutschland ist es, dass ein Shop rechtskonform ist. Bei unserer Recherche haben wir deshalb besonders darauf geachtet, dass der Plattform-Anbieter dies von Haus aus mitliefert oder aber eine zentrale Anpassung ermöglicht.
Diese Vorausfilterung ergab dann folgende Liste von Shopanbietern:

Da nur die ersten 3 Shops in der Liste einen kostenlosen Demo-Shop bzw. Test anbieten, wurde unsere Auswahl gleich noch überschaubarer und auch perfekt für einen direkten Vergleich.

Weitere wichtige Kriterien beim Vergleich waren die Bezahlmethoden, Versandregeln, Varianten, Möglichkeiten für SEO und nicht zuletzt auch der Produktimport.

Hier die Gesamtübersicht der Kriterien, die wir geprüft haben:
Vergleich gehostete Shoplösungen

Bei Bezahlmethoden haben unsere Favoriten im Vergleich an sich ganz gut abgeschnitten, wobei epages durch die Bezahlart „Amazon Payments“ für mich persönlich die Nase noch ein Stück weiter vorne hat.

Beim Definieren der Versandarten und Regeln ist Versacommerce wohl am flexibelsten, denn hier hat der Nutzer die Möglichkeit, den Versand selbst anzulegen oder aber für die komfortorientierten Nutzer die Versandarten über die integrierte Schnittstelle shipcloud auszusuchen und festzulegen.
Bei commercetools sieht das ganze ähnlich aus, laut Anbieter können die Nutzer hier außerdem verschiedene Fortschrittszustände zu Ihren Sendungen erstellen sowie Teillieferungen und Retouren verwalten.
epages sind mit den vordefinierten / ausgesuchten Lieferanten-Anbieter (u.a. DHL, UPS & GLS Paket) die etwas starrere Alternative.

Beim Punkt SEO war die Bewertung ohne ausreichende Erfahrungen mit dem Shop generell etwas schwierig. An sich schreiben alle Shops ganz plakativ, dass sie SEO optimiert sind, was sich in der Praxis oft nur auf ein paar Felder im Backend beschränkt. Bei den drei oben genannten Shops verhält es sich fast genauso wie erwartet: Ihr findet bei den Produkten einen Tab „SEO“, wo ihr aber – Überraschung! – vier Felder zu Gesicht bekommt: „Meta-Titel“, „Meta-Keywords“, „Meta-Description“ und „Permalink“ / „URL-Slug“.
epages hat mich aber zumindest in sofern positiv überrascht, dass es ein „SEO-Cockpit“ anbietet, wo die Nutzer, insbesondere die Laien, Impulse bekommen, wie sie die Suchmaschinenoptimierung angehen können. Hier ein Ausschnitt der aufgeführten Punkte:

  • Google Webmaster-Tools verwenden
  • Blog oder Forum auf der Webseite
    Sie haben keine Seite vom Typ „Blog“ oder „Forum“ angelegt. Sie sollten dies jedoch, um Suchmaschinen stets aktuelle Inhalte zu präsentieren
  • Produktbewertungen anzeigen
    Die Funktion „Produktbewertungen“ ist aktiviert. Es wurden aber erst sehr wenige Bewertungen abgegeben. Steigern Sie die Anzahl der Bewertungen, indem Sie Ihren Kunden zusätzliche Anreize bieten, Bewertungen abzugeben.
  • Webseite für Besucher geöffnet und XML-Sitemap eingereicht
    Die Webseite ist für Besucher geöffnet und Suchmaschinen können darauf zugreifen. Die erzeugte XML-Sitemap sollte zusätzlich bei den Suchmaschinen eingereicht werden. XML-Sitemap hier einreichen

Ebenfalls im Cockpit fand ich erfreulicherweise den Hinweis auf einen Google MyBusiness-Eintrag, mit ganz einfachen Erklärung und einer Quick-Anleitung, wie der Nutzer das nachmachen kann. Sehr lobenswert und meiner Meinung nach ein klarer Pluspunkt.
Für ganz neugierige Nutzer bietet epages sogar zusätzlich einen ausführlichen Leitfaden, der auch mit einem vernünftigen Satz beginnt:

„Leider kann Ihr Shopsystem nicht die komplette SEO allein übernehmen. Es gibt eine Menge sehr wichtiger Aspekte, die nur Sie als Shop- oder Webseitenbetreiber in der Hand haben – vor allem natürlich, was die Inhalte betrifft.“

Zum Varianten-Kriterium
Das war leider das K.O.-Kriterium für den bis hierher ziemlich gut darstehenden Versacommerce-Shop. Denn zwar wird auf der Plattform-Seite ganz souverän von den Varianten geschrieben, im Backend hat die Varianten-Umsetzung aber leider wenig Begeisterung in mir ausgelöst: Die Varianten werden quasi als neue Produkte angelegt (dupliziert vom Hauptprodukt) und bekommen auch eine eigene URL (daher sind neue Artikelnummer und ein Titel zwingend zur eindeutigen Identifizierung der Artikel erforderlich). Über den SEO-Tab im Produkt und das Feld „URL-Verhalten“ muss der Nutzer dann beim Hauptartikel die Canonical-Einstellung vornehmen.

Bei commercetools wird auf der Anbieter-Seite die Erstellung und Verwaltung von Produktvarianten- und Konfigurationen mit einfachen Kombination wie Farbe und Größe bis hin zu komplexen Produkten mit hunderten von Ausprägungen beschrieben. Im Backend ist die Möglichkeit der Einrichtung leider aber sehr rudimentär oder sehr unverständlich dargestellt.

Epages hat mich persönlich im Bezug auf die Umsetzung der Varianten am meisten überzeugt. Die Plattform bietet die, für die Abbildung der Varianten zumindest für uns gängige & sinnvolle Möglichkeit, über die Definition von Attributen und deren Werte, die selbstverständlich auch z.B. einen Aufpreis haben können.

Und was kostet der Spaß?

Auf mich persönlich wirkt die direkte Anzeige von Preisen immer irgendwie vertrauenswürdig. Bei der Recherche nach den Shops mussten wir aber feststellen, dass es hier leider wenig Transparenz gibt. Nur bei Versacommerce bekommt ihr die Paket-Preise gleich zu Gesicht. So konnten wir uns zumindest mal orientieren, was für Kosten auf unseren Projekt-Partner zukommen würden, falls die Entscheidung zugunsten von Versacommerce fällt: Der günstigste Tarif liegt hier bei EUR 29, der exklusivste – mit einem individuellen Support & 10.000 Artikel -würde bei EUR 199 liegen.

Fazit

Nun ja, unser klarer Favorit war bis zum Varianten-Kriterium erstmal Versacommerce. Aber da Varianten heutzutage keine Seltenheit sind, gehört das unserer Meinung nach zu den Grundfeatures eines Shops.

Commercetools habt uns leider am wenigsten überzeugt.

Bei epages stehen noch ein paar Kleinigkeiten im Raum, die nicht unbedingt vorteilhaft wären, aber zumindest auch keine K.O.-Kriterien sind. Daher lassen wir uns die Option noch durch den Kopf gehen und wägen ab. Parallel dazu haben wir nun den Preis angefragt :)
Sollte es in die nächste Runde gehen – halten wir euch auf dem Laufenden.
Update: In den letzten 3 Monaten hat Versacommerce die Variantenumsetzung weiter optimiert und vor kurzem auch das neue Varianten-Feature angekündigt. Wir haben uns natürlich das neue Feature näher angeschaut und getestet. Die Ergebnisse davon haben wir für euch im neuen Beitrag „Das neue Varianten-Feature von Versacommerce“ zusammengefasst.
Was sagt ihr zum Thema? Habt ihr bereits Erfahrungen mit einem Cloud-Shop? Ich freue mich über eure Kommentare und Meinungen!

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