Abmahnungen durch pixelLAW wegen fehlender Urheberkennzeichnung

Es ist wieder Achtung geboten! Die Abmahnwelle geht weiter. Dieses mal trifft es ahnungslose Verwender von angeblich “kostenfreiem” Bildmaterial der Plattform “Pixelio”.

pixelio.de ist eine Bilddatenbank, bei der Mitglieder eigene Bilder einstellen und/oder Bilder herunterladen und im Rahmen der Nutzungsbedingungen sowie der zugewiesenen Nutzungslizenz kostenlos verwenden können.
Pixelio ist lediglich ein Dienstanbieter und räumt somit keinerlei Nutzungsbedingungen oder Lizenzen ein. Nutzungsrechte werden direkt vom Urheber an den Nutzer aufgrund einer Lizenzvereinbarung übertragen.
Die vermeintlich kostenfreie Nutzung lässt viele Übersehen, dass die Lizenzbedingungen stets bindend sind. Das heißt, je nach Lizenz müssen sowohl der Urheber des Bildes als auch die Quelle genannt werden. Andernfalls liegt ein abmahnbarer Verstoß gegen § 13 UrhG vor.

Seit 2013 tauchen immer mehr Abmahnungen unter anderem durch die Berliner Kanzlei PixelLAW für Fotografen auf. Gefordert werden eine Unterlassungserklärung, Übernahme der Anwaltskosten sowie Schadensersatz.

Was heißt das nun aber für Verwender der besagten Bilddateien?

Anders als erwartet reicht eine Urheberkennzeichnung in Form der Namensnennung (Pseudonym des Fotografen wie er auf Pixelio gelistet ist) und der Quellenangabe (www.pixelio.de) auf der entsprechenden Internetseite, auf der das Bild eingebettet wird, nicht aus. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die Urheberkennzeichnung direkt in die Bilddatei einfügen. Grund dafür ist, dass ein Bild bspw. durch Rechtsklick losgelöst vom eigentlichen Kontext angezeigt werden kann. Ebenso gilt dies für die Bildersuche durch Suchmaschinen – in beiden Fällen wird eine andere URL verwendet und somit gilt wieder die Pflicht der Urheberkennzeichnung. So entschied zumindest ein Gericht aufgrund der Pixelio-Lizenzbedingungen.

Bildschirmfoto 2014-02-10 um 09.26.46
Bild durch Rechtsklick ohne jegliche Quellenangaben in neuem Tab öffnen

Da aktuell noch nicht klar ist, ob Maßnahmen wie z.B. Rechtsklicksperren und/oder die Unterbindung einer Suchmaschinenindexierung von betroffenen Bildern ausreichen, besteht akuter Handlungsbedarf für Betreiber von Internetseiten mit Verwendung von Pixelio-Bildmaterial. Es scheint letztlich der einzige Weg, die Urheberkennzeichnung manuell in die Bilddatei einzufügen, möchte man einen Streitwert von 6.000,00 € wie im Fall des Landgericht Köln umgehen. Spannend wird diese Herausforderung aber für Betreiber großer Online-Portale. Da bleibt vermutlich nur der Griff zu (teurer) Bildbearbeitungsssoftware.

Wir finden, “Abmahnanwalt” und “Urheberrechtsverletzung” haben großes Potenzial, zum Unwort des noch so jungen Jahres 2014 zu werden.

Wir hoffen, wir konnten einige Sinne schärfen.
Für den Fall, dass Sie trotz allem eine Abmahnung erhalten, ist es wichtig, diese immer ernst zu nehmen. Bevor Sie jedoch etwas dagegen unternehmen, lassen Sie einen Anwalt überprüfen, um nicht obendrein auch noch auf einen Betrüger reinzufallen.

Wir behalten Fälle wie diesen im Auge und werden auch weiterhin berichten.

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