6 Highlights vom DrupalCamp Ruhr 2018

Im März waren wir beim lokalen Event der Drupal Community im Ruhrgebiet. Lest hier, was wir dort lernen konnten.

Beim DrupalCamp Ruhr 2018 kamen die Nutzer, Gestalter, Entwickler und Macher des Content Management Systems Drupal zusammen. Mit 140 Besuchern war die Veranstaltung gut besucht. Die Gäste kamen aus dem deutschsprachigen Ländern, England, den Niederlanden, Spanien, und sogar den Vereinigten Staaten.

Ein ganzes Wochenende lang wurden die neuesten Trends und Best Practices zur Umsetzung von Websites mit Drupal diskutiert und verschiedene Ausblicke auf die zukünftige Weiterentwicklung des Content Management Systems erörtert.

Hervorragende Location und Organisation

Das Unperfekthaus in Essen war dabei eine bemerkenswert gute Location. In dem Kreativzentrum unweit der Innenstadt befinden sich zahlreiche Künstler-Ateliers sowie Besprechungsräume und Tagungssäle auf mindestens 4 Etagen mit kreativ-alternativem Mobiliar. Gegen eine einmalige Unkostenpauschale gibt es den ganzen Tag lang Heiß- und Kaltgetränke sowie allerlei leckere warme Mahlzeiten. Im Ticketpreis des DrupalCamp Ruhr von 40 Euro war all das für zwei Tage inklusive – wahnsinnig gut!

Obwohl die Vorträge bereits vorab feststanden, wurden jeden Tag als erste gemeinsame Aktion mit allen Teilnehmern die Themen und die Reihenfolge der Vorträge und Diskussionsrunden gemeinsam festgelegt. Nach dem Openspace/Barcamp-Prinzip konnten alle Teilnehmer noch weitere Themen vorschlagen. Über den Tag verteilt fanden dann in 7 Stunden bis zu 5 parallel stattfindende Vorträge und Diskussionsrunden sowie Contribution Sprints statt.

Das von bisherigen DrupalCamps leicht abweichende Konzept ging gut auf – einige weitere Themen der Teilnehmer konnten so aufgegriffen werden. Außerdem ist es Bestandteil des Openspace-Konzepts, gleich zu Beginn für alle noch einmal einfach zu erklären, dass alle Themen, alle Fragen und alle Diskussionen ausdrücklich erwünscht sind und es darum geht, die „positive Energie“ gemeinsam dazu zu verwenden, um Neues zu schaffen. Auch wenn die Wortwahl etwas spirituelle anmutet, passen die Grundgedanken sehr gut zur Atmosphäre der DrupalCamps. Für neue und erfahrene Teilnehmer ist es in jedem Fall hilfreich, die Rahmenbedingungen zu erklären und aufzufrischen.

Highlights vom DrupalCamp Ruhr 2018

Drupal Distributions

Gleich zu Beginn wurde mit der Panel-Diskussion zwischen den Machern der Drupal Distributionen deGov, Thunder, Varbase, Drupal Commerce Kickstart, Open Social sowie Übersetzungsplattformen und das neue Drupal 8 Installationsprofil Umami deutlich, dass Distributionen und Installationsprofile in Zukunft einen immer größeren Stellenwert haben werden.

Eine Drupal Distribution ist eine Zusammenstellung bestimmter Erweiterungen, die bereits vorkonfiguriert für einen bestimmten Anwendungsfall installiert sind. Im Vergleich zu einer regulären Drupal-Installation spart man sich so viel Zeit für die grundlegende Konfiguration und kann sich stattdessen mit den individuellen Anforderungen der Website auseinandersetzen.

Ein wesentlicher Vorteil von Distributionen ist, dass die bestimmte, vorgegebene Kombination von Modulen der Distribution auch dauerhaft nach Updates fehlerfrei zusammenspielt. Hierdurch ist es für Distributionen grundsätzlich einfacher möglich, Features wie automatisierte Updates zu ermöglichen.

Wir setzen die Drupal Distribution Thunder derzeit als Basis für eine größere Plattform ein – mehr dazu sagen wir in Kürze.

Authoring Experience

Eines der hervorstechenden Themen des DrupalCamps war das Thema „Authoring Experience“, welches sowohl in verschiedenen Vorträgen als auch im Contribution Sprint bearbeitet wurde. Also wie die administrative Drupal-Benutzeroberfläche insbesondere für Artikel-Autoren und Online-Redakteure visuell und strukturell verbessert werden kann.

  • Mit workspace könnt Ihr mehrere „Varianten“ der kompletten Website parallel bearbeiten bzw. vorbereiten und schließlich zur öffentlichen Live-Variante hinzufügen.
  • Mit deploy könnt Ihr Inhalte von einer Staging- auf eine Live-Website übertragen (und umgekehrt).
  • Mehrere Experten empfahlen individuelle, rollenspezifische Menüs und für den jeweiligen Anwendungsfall angepasste Ansichten in der administrativen Benutzeroberfläche.
  • Mit conditional_fields könnt Ihr zusätzliche Felder nur dann anzeigen, wenn diese tatsächlich erforderlich sind. Unnötige Felder sollten in jedem Fall vollständig entfernt werden.
  • Mit auto_entitylabel könnt Ihr das Titel-Formularfeld von Entitäten automatisch aus anderen Feldern befüllen.
  • Mit linkit könnt Ihr die Link-URL von anderen Inhaltsseiten der Website per Dropdown auswählen.
  • Das Design der administrativen Seiten wird in der Regel nicht angepasst, doch hier besteht sehr großes Verbesserungspotential.

Zusammen mit den UX-Designern Roy Scholten und Cristina Chumillas konnte ich im Contribution Sprint an einem ersten Prototyp und Änderungsvorschlag für die in Drupal Core mitgelieferte Administrationstheme „Seven“ arbeiten:

Und unter form.ifrik.org findet Ihr eine Umfrage zur Drupal Site Builder User Experience: Durch konkrete Fragen zu ausgewählten Seiten möchten wir herausfinden, ob die Informationen an dieser Stelle so erwartet wurden.

Media in Core

Das Media Modul wurde kürzlich zu Drupal Core hinzugefügt und bildet nun die Grundlage für eine immer größer werdende Anzahl von Erweiterungen, die das Handling von Bildern, Videos, Audio-Dateien und Gallerien verbessern – beispielsweise durch eine Mediathek (ähnlich der in WordPress).

Paragraphs

Der modulare Ansatz, Inhalte mithilfe in mehrere Sektionen zu unterteilen, findet immer mehr Unterstützer. Das Paragraphs Modul ist hierfür der klare Favorit der Community, welches so gut wie in jedem Vortrag mindestens ein Mal genannt wurde.

  • paragraphs_browser bietet eine Miniatur-Vorschau, Gruppierung und Suche für Paragraphs-Vorlagen.
  • paragraphs_previewer ermöglicht eine Live-Vorschau von Paragraphs-Inhalten im Responsive Design auf der tatsächlichen Seite.
  • bricks ermöglicht es, Layouts für Paragraphs innerhalb von Seiten zu verwenden, um beispielsweise Landing Pages zu erstellen.

Configuration System Workflows

Drupal 8 erlaubt es, Konfiguration in Dateien zu versionieren und zwischen mehreren Instanzen der Website zu synchronisieren. So können strukturelle Änderungen einer Website erstmal auf einer lokalen Kopie der Website eingerichtet und getestet werden. Die finalen Konfigurationsänderungen müssen nicht von Hand auf die produktive Website übertragen werden. Auch hierzu wurden diverse Best Practices vorgestellt:

  • config_split ermöglicht die Aufteilung der gesamten Konfiguration in mehrere Ebenen bzw. Kategorien, womit zum Beispiel lokale Overrides machbar sind.
  • config_override ermöglicht einfache Overrides der Konfiguration durch ein zweites Konfigurationsverzeichnis.
  • config_ignore kann bestimmte Elemente der Konfiguration beim Import herausfiltern und ignorieren.
  • default_content kann Inhalte in Dateien speichern und beispielsweise zusammen mit der Konfiguration zwischen Website-Instanzen synchronisieren.
  • config_installer ist ein Installationsprofil und ermöglicht die Neuinstallation von Drupal mit bereits vorhandener Konfiguration. Das ursprüngliche Installationsprofil bleibt dabei erhalten.
  • config_rewrite erlaubt partielle Anpassungen in der Konfiguration während des Imports.
  • config_tools exportiert die Konfiguration automatisch ins Dateisystem bei jeder Änderung.

Headless Decoupled Drupal

Ziel dieser Initiative ist es, das Drupal CMS nur im Hintergrund als Data REST API zu verwenden und das Front-end vollständig durch ein aktuelles JavaScript Framework zu ersetzen. Hierdurch werden zum Beispiel Progressive Web Apps auf Basis von Drupal möglich. Vorgestellt wurden zwei Lösungen:

  • Ein administrativer Drupal Page Builder für Paragraphs auf Basis von JSON API sowie React, Redux, Saga Middleware und dem DraftJS rich text editor framework. Ziel des Projekts war es, individuelle Landing Pages durch Drag & Drop und Inline Editing im Front-end zu erstellen und bearbeiten. Die Live-Demo zeigte auch einen interessanten Wizard im Front-end, der Autoren in mehreren Schritten durch die Erstellung von neuen Inhalten führte.

  • Ein Ansatz für ein öffentliches Web Front-end auf Basis von VueJS and NuxtJS zur server-seitigen als auch client-seitigen Seitengenerierung. Ebenfalls im Zusammenspiel mit JSON API + Defaults + Extras im Drupal Backend. Beeindruckend war hier insbesondere, wie schnell NuxtJS funktionsfähig ist und wie intuitiv es aufgebaut ist. Des Weiteren kann es als Static Site Generator verwendet werden.

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