10 Fragen an Peter Klement

"Wer seid ihr und was genau macht ihr eigentlich so?" – Fragen, auf die Peter Klement gerne antwortet. Heute stellt er nicht nur sein Fachgebiet vor, sondern gibt auch Einblicke in das Leben als netzstratege und Kind der digitalen Welt:

Heute beantwortet uns Editorial-Stratege Peter Klement 10 Fragen zu seinem Fachgebiet und dem Leben als netzstratege.

1. Seit wann bist du Teil des netzstrategen-Teams und welcher Weg führte dich hierher?

Ich bin seit dem 01. Oktober 2015 Teil des Teams. Bevor mich mein Weg zu den netzstrategen führte, war ich oft auf den #nmfka-Events und fand die Mädels und Jungs schon damals angenehm unprätentios, engagiert und vor allem mit dem richtigen Humor gesegnet. Mein vorheriger Arbeitgeber, ein Forschungssatellit des Royal Melbourne Institute of Technology, musste leider seine Pforten schließen. Doch glücklicherweise suchten die netzstrategen einen Editorial-Strategen und die Stellenausschreibung passte super zu mir, da ich mich sehr für das Thema Digitalisierung von Printprodukten und Verlagsinhalten interessiere und an solchen Prozessen bereits als Berater teilhaben konnte.

2. Was gefällt dir an den netzstrategen am Besten?

Sie reden Tacheles, das gefällt mir als Schwabe besonders gut. Das höchste Lob eines Schwaben ist “Der schwätzt koin Scheiß an de noh.” Übersetzt bedeutet das: “Er übertreibt nicht, kommt zum Punkt und wenn er redet lohnt es sich zuzuhören.”

3. Was genau machst du bei den netzstrategen und für welchen Bereich bist du zuständig?

Als Editorial-Stratege ist es meine Aufgabe Verlage und andere Content-Produzenten auf ihrem Weg ins Netz zu begleiten. Das bedeutet zuerst den Status Quo des Projektpartners zu analysieren, den aktuellen Stand der digitalen Dinge da draußen zu präsentieren und dann mit ihnen die Köpfe zusammenzustecken, um ihre Inhalte für das Netz startklar zu machen. Ein wichtiger Aspekt ist auch aus Elefanten wieder Mücken zu machen, denn Worte wie “Shitstorm” oder “Community Management” sorgen oft grundlos für Haareraufen.

tl;dr
Eine solide Wissensbasis und Begeisterung für digitale Kanäle schaffen und Schreckgespenster mit Fakten ins Reich der Mythen verbannen.

4. Was fasziniert dich an deinem Fachbereich?

Ich habe viel Spaß daran Wissen zu vermitteln und gemeinsam mit Projektpartnern neue, coole Konzepte auf den Weg zu bringen. Dieser Aspekt hat mich bisher durch alle Phasen meines Berufslebens begleitet und das soll auch so bleiben. Der schönste Moment für mich ist immer wenn es bei meinem Gegenüber ‘klick’ gemacht hat und aus dem gordischen Knoten der Möglichkeiten im Netz eine gerade Linie in Richtung Zukunft geworden ist.

5. Wie würdest du deiner Mutter erklären, was dein täglicher Job im Internet ist?

Peter so: “Weist du noch, als du mich so lange mit Fragen zu allem Möglichen rund um den Computer gelöchert hast, bist du genug wusstest um selber loszulegen?”

Mama so: “Ja, machst du das auch bei der Arbeit?”

Peter so: “Ja, aber es geht mehr um Facebook, Google und wie man Inhalte so aufbereitet, dass sie im Internet besser ankommen.”

Mama so: “Facebook ist ein gutes Stichwort, die Landfrauen wollen so eine Facebook-Gruppe haben. Was muss man denn da machen.”

Peter so: “Ich zeigs dir schnell, was wollt ihr denn in der Gruppe machen?”

So ungefähr würde das aussehen. Ähnlichkeit mit fiktiven oder realen Personen ist selbstverständlich rein zufällig und nicht beabsichtigt.

6. Welchen Tipp aus deinem Fachbereich kannst du pauschal jedem ans Herz legen?

Meine Erfahrung aus Workshops und Nutzerinterviews ist, dass die Möglichkeit zur Teilhabe und Wirkmächtigkeit viel erreicht: Ein schönes Beispiel ist die Zeitschrift Gamestar, eine der letzten überlebende Spielezeitschriften am Kiosk: Die Redakteure diskutieren auf Augenhöhe mit den Nutzern auf Facebook und ihrer Webseite, manchmal fliegen auch ein bisschen die Fetzen und aus dieser Interaktion entstehen dann teilweise Artikel. So habe ich als Nutzer Teilhabe und Wirkmächtigkeit und das ist cool.

7. Wo informierst du dich im Internet um ständig auf dem neusten Stand zu bleiben?

Für News führt mich mein Weg zu SPIEGEL ONLINE, Telepolis und dem Onlineportal der Zeit. Für Spiele ist die bereits erwähnte Gamestar zuständig. Alles rund um Social Media hole ich mir von Mashable, allfacebook, t3n und internetworld.

Ansonsten kommt erstaunlich viel aus meiner Facebook- und Twitter-Filterblase. An dieser Stelle ein Danke an all die Menschen, die mir immer schöne Perlen an seltsamen Dingen, coolen Erfindungen und Katzenvideos schicken. Ich wäre viel dümmer ohne euch!

8. Ohne welche App könntest du nicht leben?

Twitter, Facebook, Öffi und den DB Navigator

9. Wenn das Internet ab morgen abgeschalten würde, was wäre dein Plan B?

Mein persönliches A-Team zusammentrommeln und das Internet wieder anschalten. Das wäre aber auch Plan A. Plan B wäre ein paar Literaturklassiker nachzuholen, die mir noch fehlen.

10. Verrate uns doch zum Abschluss etwas, dass du bisher noch keinem erzählt hast!

Als Bub vom Dorf geriet ich in eine unglückliche Situation: Wir haben gewettet, dass sich keiner traut auf den Misthaufen zu springen. Zwei haben es geschafft, ohne durch die dünne Strohdecke über dem Mist einzubrechen. Ich hatte nicht so viel Glück…

Wir hatten halt nichts, damals in den Neunzigern.

Der Misthaufen ist inzwischen einem Neubaugebiet zum Opfer gefallen. Gut so, ich konnte ihn sowieso nie leiden.

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