10 Fragen an Daniel Kudwien

"Wer seid ihr und was genau macht ihr eigentlich so?" – Fragen, auf die Daniel Kudwien gerne antwortet. Heute stellt er nicht nur sein Fachgebiet vor, sondern gibt auch Einblicke in das Leben als netzstratege und Kind der digitalen Welt:

Heute beantwortet uns Produkt-Stratege Daniel Kudwien 10 Fragen zu seinem Fachgebiet und dem Leben als netzstratege.

1. Seit wann bist du Teil des netzstrategen-Teams und welcher Weg führte dich hierher?

Anfang 2015 lernte ich den monatlichen Feierabend der netzstrategen kennen. Die Atmosphäre hat mich sofort begeistert, persönliche Gespräche überzeugten mich noch mehr. Seit Februar 2015 gestalte und wirke ich aktiv mit.

Ich verstehe mich nicht nur als „Web-Entwickler“, sondern vielmehr als Entwickler des Webs. Die Früchte meiner Arbeit betreiben mehrere Millionen Webseiten; vom Weißen Haus, über Webseiten der deutschen Regierung, einige der bekanntesten Zeitungsverleger und internationalen Fernsehsender weltweit, bis hin zu Bruno Mars und Michael Jackson, aber auch dem Anglerverein von nebenan. Menschen vertrauen meinen Produkten.

Auf Lorbeeren ruhe ich mich jedoch nicht aus. Mich beschäftigt der Zeitgeist, und sehr gerne löse ich komplexe Probleme auf eine Weise, die allen Anderen nach mir das Leben wesentlich vereinfacht. Es geht darum, nicht einfach etwas zu tun, sondern kollektiv voran zu kommen.

Ich gestalte Produkte, denn Produkte lösen wahre Probleme.

2. Was gefällt dir an den netzstrategen am Besten?

Die Ideale. Sie stimmen voll und ganz mit meinen überein und werden aktiv gelebt:

Gearbeitet wird nicht für, sondern mit unseren Kunden. Kunden werden ermächtigt und handlungsfähig gemacht, indem wir unser Wissen konsequent weitergeben. Gute Leistung hat ihren Preis, aber keinen utopischen. Wir sorgen dafür, dass sich die richtigen Köpfe treffen, Ideen entstehen und verwirklicht werden.

«Also» sprach Zarathustra, eigentlich nichts Besonderes — sollte man meinen. Tatsächlich aber ist das dann doch so selbstverständlich wie sensationelle Musik auf Live-Konzerten zu spüren. Die netzstrategen bestätigen die Ausnahme der Regel, dass es auch anders geht, dass es auch besser geht.

Hätte ich eine eigene Agentur, dann würde ich nahezu alle Aspekte und Rahmenbedingungen ganz genau so realisieren, wie es die netzstrategen tun. Warum also all das wiederholen und doch nicht entscheidend besser oder anders sein? Warum also nicht mit mehr Charisma, kollektivem Wissen und Erfahrung, und nur wenigen Kurskorrekturen gemeinsam mehr erreichen?

3. Was genau machst du bei den netzstrategen und für welchen Bereich bist du zuständig?

Ich leite die technische Revolution ein.

Eine Revolution hinzu einer Welt, in der die eingesetzten Technologien nicht im Wege stehen, sondern die Strategie unserer Kunden aktiv unterstützen und mit ihnen wachsen. Für manche wird dies viel Mut und auch ein Umdenken abfordern. Aber eigentlich freut sich jeder darauf. Denn Vieles wird deutlich besser und einfacher sein.

Ich stehe (und falle) für die erfolgreiche Einführung von Industrie-Standards, effizienten Prozessen, langfristig hilfreicher Dokumentation, und den Aufbau eines Teams, das selbstbewusst und erfolgreich die technischen Anforderungen unserer Kunden realisiert.

4. Was fasziniert dich an deinem Fachbereich?

Weniger als 1% der Weltbevölkerung versteht, wozu die Technologie der selben 1% in der Lage ist.

Kaum einer versteht, wie die Produkte dieser Technologien die Welt aller anderen, also der restlichen 99%, schon heute und in naher Zukunft verändern wird.

Etwa 90% dieser 1% setzen bereits auf FOSS (Freie, Quellcode-offene Software), also auf ein Prinzip, das uns netzstrategen sehr vertraut ist:

Offen vertrauen. Intensiv austauschen. Nachhaltig verbessern.

Es geht um Ziele jenseits von eigenen Vorteilen. Diese Ziele werden aktiv herausgefordert und gemeinsam erreicht. Wer heute diesen technologischen Fortschritt nicht mitmacht, wird künftig nicht in der Lage sein, mitzumachen. Es geht um mehr als nur Wirtschaft und Technik; es geht um sozial-politische Strategien und Entscheidungsprozesse, die von Experten unterstützt werden sollten.

5. Wie würdest du deiner Mutter erklären, was dein täglicher Job im Internet ist?

Tschuldigung, aber die Fragestellung ist sexistisch. Darüber müssen wir erstmal reden:

Meine Mutter wusste schon vor allen anderen, welche Veränderungen die neuen Technologien mit sich bringen würden. Und überhaupt, sie war wesentlich belesener, intelligenter und klüger als ich selbst jemals sein werde. Die meisten Mütter sind das, und heute gibt es eine ganze Reihe von Müttern, die mich mit ihrer hoch-aktuellen Klasse und Erfahrung wie einen Idioten aussehen lassen. Einige der beeindruckendsten und einflussreichsten Menschen in meinem Leben sind Mütter. Mütter sind nicht die Vergangenheit, Mütter sind die Zukunft.

Ganz aktuell erfüllen bei den netzstrategen 6 von 16 Mitarbeitern zusätzlich die Rolle von entweder Vater oder Mutter (38%). 7 von 16 Mitarbeitern sind weiblich (44%).

Das sind Werte, die ihresgleichen suchen. All diese Mütter und Väter sind gebildet, eloquent, effektiv und effizient. Die netzstrategen sind insgesamt deutlich produktiver im Vergleich zu Unternehmen, in denen andere Verhältnisse herrschen.

Kinder haben. Oder keine Kinder haben. — WTF? Das ist hier NICHT die Frage.

André erzählt allen Interessierten sehr gerne, wie und mit welchen Maximen wir das geschafft haben (denn das ist beeindruckend).


Einem Menschen, der wenig bis keine Erfahrung mit dem Internet hat, erkläre ich:

Meine Freunde und ich erschaffen neue Werkzeuge, mit denen Menschen in der Lage sind, ihr Angebot zu vermarkten, so dass andere sie in der digitalen Welt bemerken.

6. Welchen Tipp aus deinem Fachbereich kannst du pauschal jedem ans Herz legen?

Alle thematisch interessierten Menschen sollten dringend Konferenzen von größeren, insbesondere selbstkritischen FOSS Communities besuchen; beispielsweise die halbjährlich stattfindende DrupalCon. Neben neuesten Technologien wird dort auch über Best Practices in Sachen Content Authoring, Publishing, Marketing, Projektmanagement, und vieles mehr diskutiert.
(Weniger empfehlenswert sind dagegen Konferenzen von selbstverliebten Projekten. Vorher erkundigen!)

Allen anderen empfehle ich dringend an einem Workshop von Lars teilzunehmen.

7. Wo informierst du dich im Internet um ständig auf dem neusten Stand zu bleiben?

Mein neuester Stand ist das Ergebnis von Filtern, welche von intelligenten und lernenden Maschinen betrieben werden; beispielsweise Twitter, Medium und andere.

Über welche Plattform ich meine Inhalte beziehe, ist heute eher irrelevant. Denn ich erhalte ganz andere Informationen als jeder andere – gesteuert durch mein individuelles soziales Netzwerk.

Allgemeine Nachrichten-Plattformen sind zu zeitaufwendig für mich, denn alle Informationen sind ungefiltert. Ich vertraue auf die relevanten Neuigkeiten der Menschen, die ich persönlich kenne, und die ich persönlich schätze.

Fazit: Folge interessanten Menschen.

8. Ohne welche App könntest du nicht leben?

Keine der heute existierenden Apps ist wirklich so nützlich und produktiv, wie sie sein könnte und sollte.

Ganz allgemein befindet sich das Thema App im Gartner Hype Cycle derzeit noch immer im Peak of Inflated Expectations (zu große Erwartungen), mit langsam steigenden Tendenzen zur Ernüchterung.

Die Technologie wird bleiben. Sehr wahrscheinlich allerdings ohne „native“ Apps (iOS/Android/Windows). Stattdessen nur „Apps“, die in Wahrheit Webseiten sind, welche auf einem mobilen Betriebssystem laufen, das in sich selbst nur eine Webseite ist (bspw. Mozilla’s Firefox OS, Amazon’s Fire OS).

Fazit: Die heutigen Apps sind bald von gestern. Öfter mal was ganz Neues probieren!

9. Wenn das Internet ab morgen abgeschalten würde, was wäre dein Plan B?

Erfinder, Selbstreinigendes Haarsieb.

~ Prior art, ca. 1912:

Meine Lieblingsproduktidee. Vermutlich die Lösung aller Probleme.



10. Verrate uns doch zum Abschluss etwas, dass du bisher noch keinem erzählt hast!

Gegen 01:30 morgens schlage ich manchmal Räder.

Erfahren Sie mehr über Daniel Kudwien.

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